ÖGK begrüßt strengere Regeln für Nikotinprodukte

Österreich verschärft den Schutz vor Tabak- und Nikotinprodukten. Die Österreichische Gesundheitskasse unterstützt die Änderungen des Nichtraucherschutzgesetzes und warnt vor neuen Konsumformen wie E-Zigaretten und Nikotinbeuteln.
Die kürzlich beschlossenen Änderungen des Nichtraucherschutzgesetzes nehmen neuartige Produkte stärker in den Fokus. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bewertet diese Entwicklung positiv. Dr. Ulrich Radda, Facharzt für Pneumologie in der ÖGK, stellt klar: „Neue Produkte und neue Konsumformen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nikotin stark abhängig macht. Es ist gleichermaßen schädlich, ob Nikotin über eine klassische Zigarette, eine E-Zigarette, einen Tabakerhitzer oder einen Nikotinbeutel aufgenommen wird: Für den Körper bleibt es ein Suchtstoff“.
Jugendschutz im Fokus
Die neuen Regelungen sind laut ÖGK besonders für Kinder und Jugendliche bedeutsam. Aromen, modernes Design und die Wahrnehmung neuer Nikotinprodukte als vermeintlich harmlose Alternative könnten die Einstiegsschwelle senken. Radda betont: „Aus Sicht der Lungenmedizin ist die wichtigste Botschaft klar: Der beste Schutz ist, gar nicht erst mit dem Rauchen oder Dampfen zu beginnen“.
Problematisch sei, wenn Nikotinprodukte bei Jugendlichen als Lifestyle-Produkte wahrgenommen werden. Aus einem vermeintlich harmlosen Ausprobieren könne rasch regelmäßiger Konsum und Abhängigkeit entstehen. „Rauchfrei bedeutet nicht automatisch risikofrei“, erklärt der Mediziner. Bei vielen neuartigen Produkten fehlten Langzeitdaten über Jahrzehnte. Bereits bekannt sei jedoch, dass auch beim Dampfen und Erhitzen Stoffe inhaliert werden, die die Atemwege belasten können.
1,5 Millionen Menschen rauchen täglich
Tabak- und Nikotinkonsum bleibt in Österreich ein relevantes Gesundheitsproblem. Rund 1,5 Millionen Menschen beziehungsweise etwa 21 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren rauchen täglich. Rund fünf Prozent konsumieren nahezu täglich E-Zigaretten, weitere sechs Prozent regelmäßig Tabak- oder Nikotinprodukte wie Tabakerhitzer, Shisha oder Nikotinbeutel.
Tabakkonsum verursacht in Österreich jährlich rund 8.500 Todesfälle und zählt damit zu den bedeutendsten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Beim täglichen Tabakkonsum liegt Österreich nach wie vor über dem EU-Durchschnitt. Gleichzeitig zeigt sich ein großes Potenzial: Rund 60 Prozent der Raucherinnen und Raucher möchten aufhören oder ihren Konsum zumindest reduzieren.
Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter
Ein Rauchstopp zeigt schon kurze Zeit nach der letzten Zigarette positive gesundheitliche Effekte. Langfristig sinkt insbesondere das Risiko für COPD, Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
„Für einen Rauchstopp ist es nie zu spät – gleichzeitig gilt: Je früher, desto besser“, sagt Radda. Die Lunge besitze eine erstaunliche Fähigkeit zur Erholung. Nicht jeder bereits entstandene Schaden lasse sich rückgängig machen, dennoch verbessere ein früher Rauchstopp die gesundheitliche Prognose erheblich. Prävention müsse deshalb schon vor dem ersten Konsum beginnen.
Kostenlose Unterstützung durch die ÖGK
Die ÖGK bietet ein umfassendes Unterstützungsangebot für Menschen, die mit dem Rauchen oder Dampfen aufhören möchten:
- Nikotinfrei in 6 Wochen: Entwöhnungskurse online sowie österreichweit vor Ort, begleitet von erfahrenen Expertinnen und Experten
- Rauchfrei Telefon unter 0800 810 013: kostenlose telefonische Beratung und mehrwöchige Begleitung durch Gesundheitspsychologinnen und -psychologen
- Online-Vorträge und Informationsveranstaltungen: unter anderem zu Rauchstopp, neuen Nikotinprodukten und Nikotinfreiheit in der Schwangerschaft
Weitere Informationen sind unter www.oegk.at/nikotinfrei verfügbar.
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