ÖGK bringt mobile Zahnmedizin in Pflegeheime

Mathias FischerMathias Fischer
Arzt Dr. Müller, Patientin und Pflegerin in einem Behandlungszimmer mit Bergsee-Bild
© ÖGK/Michael Gizicki

Die Österreichische Gesundheitskasse weitet ihr mobiles zahnmedizinisches Angebot nach erfolgreicher Pilotphase aus. Seit September können pflegebedürftige Menschen in vier niederösterreichischen Einrichtungen zahnärztlich vor Ort versorgt werden.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Pflegebedarf haben oft Schwierigkeiten, eine Zahnarztpraxis aufzusuchen. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) hat deshalb ein mobiles zahnmedizinisches Angebot entwickelt, das nach einer erfolgreichen Testphase nun auf mehrere Pflegeeinrichtungen in Niederösterreich ausgeweitet wird.

Pilotprojekt in St. Pölten erfolgreich abgeschlossen

Von 21. April bis 21. Juli 2026 lief im Seniorenwohnheim Stadtwald in St. Pölten ein Pilotprojekt, das den Nutzen mobiler Zahnmedizin für pflegebedürftige Menschen aufzeigen sollte. Die Rückmeldungen aus der Einrichtung fielen durchgehend positiv aus. Seit September 2026 steht das Angebot nun weiteren Pflegeheimen zur Verfügung.

Mundgesundheit ist besonders im Alter ein zentraler Faktor für Lebensqualität. Sie ermöglicht Essen und Trinken, unterstützt die Sprache und trägt zu Wohlbefinden, Würde und sozialer Teilhabe bei.

Behandlung mit mobiler Ausrüstung direkt im Heim

Die zahnärztliche Versorgung erfolgt unmittelbar in den Pflegeheimen. Mit einer mobilen Dentaleinheit, einem Schleifgerät und einem verstellbaren Pflegesessel können Untersuchungen und Behandlungen vor Ort durchgeführt werden. Das Angebot umfasst:

  • Diagnostik
  • Schmerztherapie
  • Konservierende und prothetische Behandlungen
  • Versorgung von Druckstellen

Prothesenreparaturen werden über das Zahngesundheitszentrum St. Pölten innerhalb von 24 Stunden abgewickelt.

Vier Einrichtungen nehmen teil

Neben dem Seniorenheim Stadtwald sind nun auch das NÖ Pflege- und Betreuungszentrum Wilhelmsburg, das Caritas Haus St. Elisabeth in Wagram sowie das NÖ Pflege- und Betreuungszentrum Haus an der Traisen Teil des Programms. Das mobile zahnmedizinische Team der ÖGK besucht die teilnehmenden Einrichtungen nach Voranmeldung einmal wöchentlich. Im Fokus steht der gesundheitliche und soziale Nutzen für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Weniger Aufwand für Bewohner und Personal

Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet die mobile Versorgung einen niederschwelligen Zugang zur Zahnmedizin. Anstrengende Transporte in eine Zahnarztpraxis können durch die rasche Versorgung vor Ort reduziert werden. Gleichzeitig entfällt für das Pflegepersonal der organisatorische und zeitliche Aufwand für Begleitfahrten.

Regelmäßige Kontrollen und frühzeitige Behandlung von Beschwerden sollen akute Schmerzen und vermeidbare Beschwerden möglichst früh erkennen und behandeln. Eine hochwertige zahnmedizinische Versorgung im Alter trägt dazu bei, Schmerzen zu vermeiden, die Mundgesundheit zu erhalten und die Lebensqualität zu fördern.

Quelle: https://www.irnfritz.at/OeGK-Projekt_wird_ausgeweitet_Mobile_Zahngesundheit_fuer_pflegebeduerftige_Menschen

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