ÖGK schließt Mariazeller Gesundheitszentrum am Wochenende

Ab November bleibt das Gesundheitszentrum in Mariazell an Wochenenden und Feiertagen geschlossen. SPÖ-Landesparteivorsitzender Max Lercher kritisiert die Entscheidung scharf und warnt vor stundenlangen Rettungsfahrten für Patientinnen und Patienten.
Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) plant, das Gesundheitszentrum in Mariazell ab November an Wochenenden und Feiertagen zu schließen. Max Lercher, Landesparteivorsitzender der SPÖ, sieht darin einen weiteren Beleg für Fehlentwicklungen im österreichischen Gesundheitssystem. Im Ernstfall müssten Betroffene stundenlange Rettungsfahrten bis zum nächsten Spital in Kauf nehmen.
„Es kann nicht sein, dass die ÖGK mit ihrer Bürokratie eine funktionierende Gesundheitsversorgung gefährdet. Wenn am Ende Rettungsfahrzeuge stundenlang gebunden sind und gleichzeitig die Bevölkerung vor Ort nicht mehr versorgt werden kann, dann läuft etwas gewaltig falsch“, so Lercher.
Kritik am Versorgungsauftrag der ÖGK
Der SPÖ-Politiker wirft der Gesundheitskasse vor, ihre eigene Verantwortung aus den Augen zu verlieren. „Die ÖGK hat einen Versorgungsauftrag. Sie darf vor lauter Formalitäten nicht die Lebensrealität der Steirerinnen und Steirer ignorieren. In Mariazell geht es nicht um irgendeine Verwaltungsvorschrift, sondern um die konkrete Frage, ob Patientinnen und Patienten im Notfall rechtzeitig medizinisch versorgt werden“, kritisiert Lercher.
Er fordert eine rasche Lösung des Problems: „Ich erwarte mir von der ÖGK, dass sie ihre Pflicht gegenüber den Patientinnen und Patienten wahrnimmt und dieses Problem löst. Gesundheitsversorgung darf nicht an Bürokratie scheitern. Wenn eine einzelne Abteilung der ÖGK die Gesundheitsversorgung vor Ort an die Wand fahren kann, ist das ein schrillendes Alarmsignal!“
Forderung nach Evaluierung der Kassenreform
Der steirische SPÖ-Chef erneuert seine Forderung nach einer Evaluierung der Kassenreform auf Bundesebene. „Seit der verpfuschten Reform unter Sebastian Kurz schafft die ÖGK mehr Probleme für die Patientinnen und Patienten, als sie löst. Darum muss es endlich zu der im Regierungsprogramm vereinbarten Evaluierung kommen. Und wenn dabei herauskommt, dass die Reform keinen Vorteil für die Versicherten gebracht hat – wie wir immer deutlicher sehen – dann gehört sie zurückgenommen“, so Lercher abschließend.
Quelle: https://stmk.spoe.at/news/oegk-darf-gesundheitsversorgung-in-mariazell-nicht-gegen-die-wand-fahren
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