Österreich bei Arbeitskosten auf Platz fünf in der EU

Mona HopfingerMona Hopfinger
Lohnstückkosten Österreich: 46,30 € pro Stunde, +6,4%
© Mit KI (Gemini) generiert

Eine Studie des deutschen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung zeigt: Mit 46,30 Euro pro Stunde gehört Österreich zu den fünf teuersten Wirtschaftsstandorten der EU. Die Wirtschaftskammer fordert rasche Entlastungen.

Der österreichische Wirtschaftsstandort hat laut einer aktuellen Untersuchung des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) deutlich an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Die Arbeitskosten liegen bei 46,30 Euro pro Stunde und sind zuletzt stärker gestiegen als in Deutschland und im EU-Durchschnitt.

Lohnstückkosten steigen am stärksten in der EU

Besonders kritisch entwickeln sich die Lohnstückkosten – das Verhältnis von Arbeitskosten zur Produktivität. Zwischen 2023 und 2025 verzeichnete Österreich mit durchschnittlich 6,4 Prozent den stärksten Anstieg in der gesamten Europäischen Union. Im langfristigen Vergleich seit dem Jahr 2000 weist Österreich gemeinsam mit den Niederlanden den höchsten Anstieg bei den Lohnstückkosten auf.

Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), warnt: „Die Studie zeigt deutlich, dass der Wirtschaftsstandort unter Druck ist. Problematisch wird es, wenn die Kosten wesentlich schneller steigen als die Produktivität. Genau das sehen wir in Österreich.“

In Österreich sind die Arbeitskosten im Jahr 2025 um 4,5 Prozent gestiegen, in Deutschland hingegen nur um 3,4 Prozent. Damit wird der Kostennachteil gegenüber dem wichtigsten Handelspartner noch größer.

WKÖ dringt auf Senkung der Lohnnebenkosten

Für ein exportorientiertes Land wie Österreich sei die Entwicklung besonders problematisch, so die Wirtschaftskammer. Heimische Unternehmen stehen im Wettbewerb mit Deutschland sowie zahlreichen europäischen und internationalen Standorten mit deutlich niedrigeren Kosten. Hohe Energiepreise, mehr Bürokratie und die schwache Wirtschaftslage machen es Unternehmen zusätzlich schwerer, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Danninger fordert die rasche Umsetzung der angekündigten Senkung der Lohnnebenkosten: „Sie muss nun rasch und konsequent umgesetzt werden und darf keinesfalls durch neue Belastungsideen konterkariert werden.“ Eine Erhöhung des Arbeitgeberbeitrags zum Insolvenzentgeltfonds komme für die Wirtschaftskammer nicht in Frage.

Neben der Senkung der Lohnnebenkosten seien strukturelle Reformen notwendig, welche die Produktivität und das Arbeitsangebot stärken sowie Unternehmen von Bürokratie entlasten, so die WKÖ.

Quelle: https://www.wko.at/oe/news/oesterreichs-standort-geraet-bei-arbeitskosten-unter-druck

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