Österreich schickt größtes Europa-Team zu WorldSkills

In zwei Wochen starten die Berufsweltmeisterschaften WorldSkills 2026 in Shanghai. Österreich tritt mit 48 Teilnehmern in 42 Berufen an und stellt damit die größte europäische Delegation. Vier Athleten gehen in Berufen an den Start, in denen noch nie ein Österreicher angetreten ist.
Die 48. Berufsweltmeisterschaften WorldSkills 2026 werden in 14 Tagen mit der Eröffnungszeremonie in Shanghai beginnen. Mehr als 1.400 junge Fachkräfte aus über 70 Ländern und Regionen messen sich in der chinesischen Metropole. Das österreichische Team umfasst 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in 36 Einzel- und sechs Teambewerben antreten – die größte Delegation aus Europa.
Premiere in der Schienenfahrzeugtechnik
Der Wettbewerbsberuf Schienenfahrzeugtechnik wird in Shanghai erstmals bei WorldSkills ausgetragen. Benedikt Pritz aus Raxendorf in Niederösterreich ist damit nicht nur der erste Österreicher in dieser Disziplin, sondern gehört zur ersten WM-Generation überhaupt. Die Aufgaben umfassen Wartung, Instandhaltung und systematische Fehlersuche an modernen Zügen.
Pritz sieht darin ein Zukunftsfeld: „Die Bedeutung moderner Schienenfahrzeuge wächst kontinuierlich – und mit ihr die Anforderungen an jene Fachkräfte, die für Wartung, Instandhaltung und Sicherheit verantwortlich sind.“ Das Fehlen von Vergleichswerten mache die Aufgabe besonders reizvoll. Die erwarteten 1,2 Millionen Fans schrecken ihn nicht ab: „Meine Motivation ist es, mein Fachwissen unter Beweis zu stellen und natürlich auch, einen Sieg mit nach Hause zu nehmen.“
Erster Österreicher in Verfahrenstechnik
Vincent Track aus Breitenbach am Inn in Tirol ist der erste Österreicher im Wettbewerbsberuf Verfahrens- und Prozesstechnik. Im Zentrum stehen industrielle Produktionsprozesse, Anlagensteuerung, Qualitätskontrolle und die Optimierung komplexer Abläufe. Track arbeitet in einem Bereich, dessen Bedeutung weit über Werkshallen hinausreicht.
„Mich begeistert, dass ich Prozesse zur Entwicklung und Herstellung lebensrettender Medikamente nicht nur verstehe, sondern aktiv verbessern kann“, sagt er. Shanghai betrachtet er als Härtetest: „Ich will mich fachlich auf höchstem Niveau weiterentwickeln und im internationalen Vergleich zeigen, was durch Ausbildung, Disziplin und kontinuierliche Weiterentwicklung möglich ist.“
Chance auf erste Burgenland-Medaille
Elias Stephan aus Bad Sauerbrunn könnte dem Burgenland die erste WorldSkills-Medaille überhaupt bescheren. Der Möbeltischler fertigt hochpräzise Bauteile, bei denen kleinste Abweichungen über Erfolg oder Ausschuss entscheiden. „Ich arbeite täglich an Bauteilen, bei denen es auf jedes Detail ankommt. Genau diesen Anspruch nehme ich auch mit zu den WorldSkills“, sagt er.
Besonders reizt ihn die Verbindung verschiedener Fähigkeiten: „Die Kombination aus Präzision, Design und Handwerkskunst begeistert mich. Besonders spannend ist die Arbeit im Luxussegment.“ Sein Rezept für den historischen Erfolg: „Wie im Job gilt auch bei WorldSkills: saubere Abläufe, keine Fehler und nicht ablenken lassen. Dann klappt's vielleicht damit, Geschichte für das Burgenland zu schreiben.“
Erste Steirerin im Bäckerhandwerk
Jennifer Lueger aus St. Jakob im Walde ist die erste Steirerin, die Österreich bei einem internationalen Großwettbewerb im Bäckerhandwerk vertritt. „Dass ich als erste steirische Bäckerin bei einem internationalen Berufswettbewerb antreten darf, macht mich unglaublich stolz. Ich möchte in Shanghai zeigen, was in unserem Handwerk und in der steirischen Ausbildung steckt, und vielleicht auch anderen jungen Bäckerinnen und Bäckern Mut machen, diesen Weg zu gehen“, sagt sie.
Die Abreise von Team Austria nach Shanghai erfolgt am 16. September. Ab 23. September kämpfen die 48 jungen Spitzenfachkräfte aus Österreich vier Tage lang in 42 Berufen gegen die Besten der Welt.
Quelle: OTS
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