Österreicher wissen kaum, wie hoch ihre Pension wird

Mona HopfingerMona Hopfinger
UNIQA Vorstand Andreas Brandstetter spricht vor dem UNIQA Logo in Wien
© UNIQA / Nessweda

Trotz großem Interesse an Altersvorsorge klaffen Wissen und Handeln weit auseinander. Das zeigt eine aktuelle UNIQA-Studie mit über 3.000 Befragten.

Eine finanzielle Absicherung im Alter ist den Österreicherinnen und Österreichern wichtig, doch die konkrete Umsetzung bleibt aus. Das belegt die UNIQA Finanzvorsorge-Studie 2026, die am Donnerstag präsentiert wurde. Befragt wurden 3.029 Personen zwischen 16 und 60 Jahren repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

70 Prozent der Befragten interessieren sich für Möglichkeiten der Pensionsvorsorge, 68 Prozent für die Höhe und Konditionen ihrer späteren Pension. Doch nur 17 Prozent jener, die noch nicht in Pension sind, haben ihre voraussichtliche staatliche Pension tatsächlich berechnet oder berechnen lassen.

Wissenslücken bei Nettoersatzrate und Gender Pension Gap

Lediglich elf Prozent können korrekt oder gut einschätzen, wie viel vom letzten Nettoeinkommen durchschnittlich als staatliche Pension übrigbleibt. Die sogenannte Nettoersatzrate ist den meisten unbekannt.

Auch der Gender Pension Gap, der real bei 35 bis 40 Prozent liegt, wird massiv unterschätzt: 47 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen schätzen die Pensionsdifferenz zwischen den Geschlechtern deutlich niedriger ein als sie tatsächlich ist.

Bettina Fuhrmann, Leiterin des Kompetenzzentrums für Finanzbildung und des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien, erklärt: „Viele Frauen unterschätzen die Auswirkungen von Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitbeschäftigung auf die Höhe ihrer zukünftigen Pension deutlich.“ Klare Information und konkrete Rechenbeispiele seien nötig, um diese Effekte realistisch einzuschätzen.

Teuerung belastet – Vorsorge wird aufgeschoben

Nur 34 Prozent haben bereits konkrete Maßnahmen für die finanzielle Absicherung im Alter getroffen. Dieser Wert ist gegenüber dem Vorjahr sogar gesunken. Ein Grund dafür ist die aktuelle finanzielle Belastung vieler Haushalte.

Weniger als die Hälfte der Befragten (45 Prozent) könnte die Lebenshaltungskosten bei Verlust der Haupteinnahmequelle für mindestens drei Monate decken, ohne sich Geld zu leihen oder umzuziehen. Männer stehen mit 48 Prozent etwas besser da als Frauen mit 42 Prozent.

Mehr als die Hälfte jener, die sich häufig Gedanken über ihre finanzielle Situation machen, empfindet diese als persönlich belastend. Dieser Wert ist von 48 Prozent im Jahr 2025 auf 53 Prozent im Jahr 2026 gestiegen. Besonders betroffen sind Frauen: 57 Prozent dieser Gruppe empfinden die Gedanken über ihre finanzielle Lage als belastend, bei den Männern sind es 49 Prozent.

Finanzwissen sinkt

Nur 26 Prozent der Befragten schätzen ihr eigenes Finanz- oder Veranlagungswissen als sehr oder eher hoch ein – im Vorjahr waren es noch 31 Prozent. Frauen bewerten ihr Wissen mit 18 Prozent deutlich niedriger als Männer mit 34 Prozent.

Personen, die ihr Finanzwissen als hoch einschätzen, verfügen häufiger über einen Liquiditätspuffer: 65 Prozent von ihnen könnten eine unerwartete Zahlung in Höhe ihres monatlichen Einkommens ohne Kredit oder familiäre Hilfe begleichen. Bei jenen mit niedrigem Finanzwissen sind es nur 40 Prozent.

Die steuerlichen Vorteile bei langfristig genutzten Lebensversicherungen kennen lediglich 13 Prozent der Befragten. 43 Prozent haben keine Kenntnis davon – darunter 51 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer.

Persönliche Beratung bleibt trotz KI gefragt

René Knapp, Vorstand für Personenversicherung bei der UNIQA Insurance Group, betont: „Die eigentliche Herausforderung liegt heute weniger im fehlenden Problembewusstsein als im Schritt von der Sorge zur konkreten Planung und Umsetzung.“

Trotz zunehmender Bedeutung von Künstlicher Intelligenz bei Finanzthemen vertrauen die Befragten bei wichtigen Entscheidungen weiterhin auf den Menschen. 60 Prozent wäre professionelle Beratung bei Entscheidungen zur finanziellen Vorsorge sehr oder eher wichtig, 45 Prozent wären bereit, dafür zu bezahlen.

70 Prozent würden sich bei Entscheidungen über Produkte für Altersvorsorge und Absicherung auch dann noch persönlich beraten lassen, wenn sie KI nutzen. 38 Prozent würden das auf jeden Fall tun. Wenn die Empfehlungen verschieden sind, würden nur neun Prozent eher der KI folgen. 44 Prozent würden eher der persönlichen Beratung folgen. Reppublika Research & Analytics hat die Studie gemacht. Es war eine Online-Befragung, die zwischen Ende Mai und Anfang Juli 2026 lief.

Quelle: https://press-news.uniqagroup.com/news-uniqa-studie-zu-pensionen-individuelle-ausgangslage-wenig-bekannt?id=250223&menueid=1655&l=deutsch

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