ÖVP erobert Bürgermeisteramt in Pernersdorf zurück

In der niederösterreichischen Gemeinde Pernersdorf hat die ÖVP überraschend das Bürgermeisteramt zurückerobert. Bei der Abstimmung am Mittwoch stimmte ein Mandatar der rot-grünen Koalition für den ÖVP-Kandidaten Stephan Greil, so der ORF.
Nach der Gemeinderatswahl 2025 hatte die ÖVP mit neun Mandaten zwar die meisten Sitze errungen, ihre absolute Mehrheit jedoch eingebüßt. SPÖ und die Bürgerliste „Ja zur Liste Pernersdorf“ erreichten jeweils fünf Mandate und bildeten mit einer knappen Mehrheit von zehn Stimmen eine Koalition.
Die Sozialdemokraten übernahmen zunächst mit Erwin Kasper die Führung der Gemeinde. Vereinbart war, dass zur Hälfte der Legislaturperiode Joachim Amon von der Bürgerliste das Amt übernehmen sollte. Dieser Wechsel wäre Mitte nächsten Jahres erfolgt.
Gesundheitlicher Rückzug führt zu vorgezogener Wahl
Weil sich Kasper aus gesundheitlichen Gründen bereits jetzt zurückzog, sollte die Übergabe an Amon schon am Mittwoch erfolgen. Laut Amon war dies „auch schriftlich vereinbart“.
Die Volkspartei nominierte jedoch Stephan Greil, der seit rund einem halben Jahr im Gemeinderat sitzt und ursprünglich für die kommende Gemeinderatswahl aufgebaut werden sollte. Bei der Abstimmung erhielt Greil unerwartet eine Stimme aus den Reihen der Koalition – zur Überraschung aller Beteiligten, wie die „NÖN“ berichtete.
Bürgerliste weist Vorwurf zurück
„Das ist Demokratie“, kommentierte Amon gegenüber noe.ORF.at. Er könne „zu 100 Prozent“ ausschließen, dass ein Mandatar der Bürgerliste gegen ihn gestimmt habe: „Ich kenne mein Team.“ Die Vereinbarung mit der SPÖ sei damit gegenstandslos geworden. Als Vizebürgermeister werde er jedoch auch unter dem neuen Ortschef weiterbleiben.
Die ÖVP zeigte sich erfreut, nach knapp zwei Jahren Unterbrechung wieder den Bürgermeister zu stellen. Greil kündigte in einer Aussendung an, dass man „über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten und gemeinsam die besten Lösungen für unsere Gemeinde finden“ wolle. Er plane, laufende Projekte fortzuführen und auf den Austausch mit der Bevölkerung zu setzen.
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