OMV führt Wasserstoffprojekt in Bruck ohne Masdar fort

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Erneuerbaren-Gesellschaft Masdar aus Abu Dhabi steigt nicht wie geplant bei der Elektrolyseanlage der OMV in Bruck an der Leitha ein. Das Wasserstoffprojekt „UpHyLarge“ wird dennoch wie vorgesehen umgesetzt, bestätigte der Energiekonzern.

Die OMV muss ihr Wasserstoffprojekt in Bruck an der Leitha ohne den geplanten Partner aus den Vereinigten Arabischen Emiraten realisieren. Masdar, die Erneuerbaren-Gesellschaft des Emirats Abu Dhabi, wird doch nicht bei der Elektrolyseanlage einsteigen, wie eine Sprecherin des teilstaatlichen Energiekonzerns am Freitag gegenüber der APA bestätigte. Am Projekt selbst ändere sich jedoch nichts.

Ursprünglich sollte Masdar 49 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen übernehmen, die OMV hätte 51 Prozent gehalten. Vorgesehen war zudem ein dreistelliges Millioneninvestment aus Abu Dhabi für das Vorhaben „UpHyLarge“.

600-Millionen-Projekt wird alleine umgesetzt

Nun führt die OMV das rund 600 Millionen Euro teure Projekt in Eigenregie weiter. Die Finanzierung erfolgt unter anderem durch ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) über 450 Millionen Euro. Anfang 2026 hatte die Republik Österreich eine Förderung von bis zu 123 Millionen Euro zugesagt.

Über die Hintergründe für den Rückzug von Masdar ist wenig bekannt. Die OMV verweist auf Änderungen der Strategie in Abu Dhabi. In anderen Bereichen werde die Zusammenarbeit zwischen OMV und Masdar fortgesetzt, heißt es vom Konzern.

Inbetriebnahme Ende 2027 geplant

Die 140-Megawatt-Elektrolyseanlage soll weiterhin wie geplant Ende 2027 in Betrieb gehen. Ab 2028 sollen jährlich bis zu 23.000 Tonnen Wasserstoff mit erneuerbarem Strom aus Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft produziert werden. Bei der Elektrolyse wird Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten.

Der erzeugte grüne Wasserstoff soll künftig über eine 22 Kilometer lange Pipeline direkt in die OMV-Raffinerie Schwechat fließen. Dort soll er den aus Erdgas erzeugten, fossilen Wasserstoff in den Produktionsprozessen ersetzen.

Der österreichische Konzern ist eng mit Abu Dhabi verbunden. Die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) hält 24,9 Prozent an der OMV. Beide Unternehmen haben kürzlich in der Borouge International ihre Chemiesparten zum viertgrößten Kunststoffproduzenten der Welt fusioniert.

Quelle: APA

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