OMV investiert 600 Millionen Euro in Wasserstoffanlage

Mathias FischerMathias Fischer
Wasserstofferzeugung: 140 MW Elektrolyse, 23.000 Tonnen H₂ jährlich, 600 Mio. € Investition ab 2028
© Mit KI (Gemini) generiert

Die OMV errichtet in Bruck an der Leitha eine Wasserstoff-Elektrolyseanlage um 600 Millionen Euro. Die Europäische Investitionsbank stellt dafür ein Darlehen von 450 Millionen Euro bereit. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.

Die OMV baut in Bruck an der Leitha eine Wasserstoff-Elektrolyseanlage mit einem Investitionsvolumen von rund 600 Millionen Euro. Das wurde am Montag bekannt. Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert das Projekt mit einem Darlehen von 450 Millionen Euro. Die Anlage soll bis Ende 2027 in Betrieb gehen.

Joint Venture mit Abu Dhabi noch nicht abgeschlossen

Im November 2025 hatten die OMV und Masdar, die staatliche Erneuerbaren-Gesellschaft des Emirats Abu Dhabi, ein Joint Venture für die Elektrolyseanlage angekündigt. Masdar soll 49 Prozent, die OMV 51 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten. Damals wurde ein dreistelliges Millioneninvestment aus Abu Dhabi verkündet.

Operativ ist das Joint Venture aber noch nicht tätig. Derzeit würden die Vertragsdokumente finalisiert, teilte die OMV am Montag auf APA-Anfrage mit. Nach Abschluss könne die Eintragung ins Firmenbuch erfolgen. Der Abschluss des Joint Ventures war ursprünglich für Anfang 2026 erwartet worden und stand unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Anteilseigner sowie behördlicher Genehmigungen.

Die OMV ist eng mit Abu Dhabi verbunden. Die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) hält 24,9 Prozent an der OMV. Beide Unternehmen haben kürzlich in der Borouge International ihre Chemiesparten zum viertgrößten Kunststoffproduzenten der Welt fusioniert.

Förderung von 123 Millionen Euro vom Bund

Die 140-Megawatt-Elektrolyseanlage wird seit Herbst 2025 errichtet. Sie wird eine der größten Anlagen für grünen Wasserstoff in Europa sein. Anfang 2026 sagte die Republik Österreich der OMV eine Förderung von bis zu 123 Millionen Euro zu. Die Förderung wird von der staatlichen Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) abgewickelt.

Ab 2028 soll die Anlage jährlich bis zu 23.000 Tonnen Wasserstoff mit erneuerbarem Strom aus Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft erzeugen. Bei der Elektrolyse wird Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der produzierte grüne Wasserstoff wird über eine 22 Kilometer lange Pipeline direkt in die OMV-Raffinerie Schwechat fließen und dort den aus Erdgas erzeugten, fossilen Wasserstoff in den Produktionsprozessen ersetzen.

Quelle: APA

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