OMV steigert operatives Ergebnis um 65 Prozent

Der heimische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV verzeichnete im zweiten Quartal 2026 einen deutlichen Zuwachs im operativen Geschäft. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte von April bis Juni im Jahresvergleich auf 1,71 Milliarden Euro.
Der österreichische Energiekonzern OMV hat im zweiten Quartal 2026 ein kräftiges Wachstum im operativen Geschäft erzielt. Das um Lagereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten (CCS) wuchs zwischen April und Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 65 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab.
Der unbereinigte Periodenüberschuss nach Minderheiten belief sich im ersten Halbjahr auf 2,015 Milliarden Euro. Dieses Ergebnis wurde allerdings durch Einmaleffekte infolge der Borealis-Dekonsolidierung stark beeinflusst.
Sondereffekte prägten das Halbjahresergebnis
Im ersten Quartal 2026 wirkten sich Netto-Sondereffekte von 743 Millionen Euro auf das Ergebnis aus. Diese stammten hauptsächlich aus einem Buchgewinn von 886 Millionen Euro durch den Beherrschungsverlust und die Dekonsolidierung des Borealis-Konzerns im Zuge der Fusion zu Borouge International sowie aus der Auflösung von Rückstellungen.
Im zweiten Quartal belasteten hingegen negative Sondereffekte von 473 Millionen Euro das Ergebnis. Diese resultierten vor allem aus Restrukturierungen und Bestandsanpassungen bei Borouge International. Der unbereinigte Überschuss nach Minderheiten lag im zweiten Quartal bei 529 Millionen Euro. Bereinigt um diese Sondereffekte betrug der CCS-Periodenüberschuss nach Minderheiten im zweiten Quartal 929 Millionen Euro.
Alle drei Geschäftsbereiche mit Zuwächsen
Die Konzernumsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen stiegen im zweiten Quartal um 39 Prozent auf 8,059 Milliarden Euro. Im Geschäftsbereich Energy (Exploration & Production) erhöhte sich das bereinigte operative Ergebnis um 50 Prozent auf 885 Millionen Euro.
Ein höherer Preis für Brent-Rohöl von durchschnittlich 103,85 Dollar je Barrel (plus 53 Prozent) sowie gestiegene Gaspreise (37,83 Euro je MWh) kompensierten den kriegsbedingten Produktionsrückgang auf 291.000 Barrel Öläquivalent pro Tag.
Im Bereich Fuels stieg das CCS operative Ergebnis um 85 Prozent auf 446 Millionen Euro. Die europäische Raffinerie-Referenzmarge kletterte auf 20,33 Dollar je Fass, die Auslastung der Raffinerien lag bei 90 Prozent. Regulatorische Maßnahmen in Österreich und Rumänien dämpften das Ergebnis jedoch.
In der Chemiesparte wuchs das operative Ergebnis auf 429 Millionen Euro. Gestiegene Olefinpreise und der erste Beitrag des neuen Joint-Ventures Borouge International trugen zu diesem Zuwachs bei.
Dividende ausgeschüttet, Investitionen geplant
OMV-Konzernchef Alfred Stern, der den Vorstandsvorsitz bald an Emma Delaney übergibt, sprach angesichts des volatilen Marktumfelds und regulatorischer Eingriffe von einem starken Ergebnis im abgelaufenen Quartal. Die von der Hauptversammlung beschlossene Gesamtdividende für das Geschäftsjahr 2025 in Höhe von 4,40 Euro je Aktie wurde bereits ausgeschüttet. Sie setzt sich aus 3,15 Euro regulärer Dividende und 1,25 Euro Sonderdividende zusammen.
Für das Gesamtjahr 2026 plant die OMV organische Investitionen von rund 3,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen erwartet einen Brent-Rohölpreis zwischen 85 und 95 Dollar je Barrel sowie einen realisierten Gaspreis von rund 40 Euro je Megawattstunde. Die Kohlenwasserstoffproduktion schätzt das Management auf 280.000 bis 290.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, vorbehaltlich einer Aufhebung der Schifffahrtsbeschränkungen in der Straße von Hormuz.
Quelle: APA
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