OP-Roboter „Hugo“ startet in Tamsweg

Die Landesklinik Tamsweg setzt ab sofort einen OP-Roboter ein. „Hugo“ ist das erste System dieser Art in Österreich und soll minimalinvasive Eingriffe präziser machen.
In der Landesklinik Tamsweg ist ab sofort ein roboterassistiertes Operationssystem im Einsatz. „Hugo“ ist der erste OP-Roboter dieser Bauart in Österreich und markiert einen Schritt in der chirurgischen Versorgung im Bundesland.
Wolfgang Mayer, Landeshauptfrau-Stellvertreter und neuer Gesundheitsreferent, informierte sich bei seinem ersten offiziellen Termin nach der Angelobung über die Möglichkeiten des Systems. Im Fokus stand die Abstimmung medizinischer Leistungen zwischen den Standorten.
„Moderne Medizin muss für die Menschen in allen Regionen unseres Landes erreichbar sein“, betonte Mayer. Der neue OP-Roboter zeige, wie medizinischer Fortschritt mit regionaler Versorgung verbunden werden könne. Ziel sei eine hochwertige Versorgung unabhängig vom Wohnort.
Kooperation zwischen drei Standorten
Die Chirurgie des Universitätsklinikums Salzburg arbeitet eng mit den chirurgischen Abteilungen in Hallein und Tamsweg zusammen. Die Kompetenzen der drei Standorte werden gebündelt, um das regionale Angebot weiterzuentwickeln.
Univ.-Prof. Dr. Klaus Emmanuel, Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie am Universitätsklinikum sowie der chirurgischen Abteilungen in Hallein und Tamsweg, erklärte: „Entscheidend ist für uns, die Technologie dort einzusetzen, wo sie einen konkreten medizinischen Mehrwert bietet.“ Durch die Zusammenarbeit könne die chirurgische Expertise standortübergreifend eingebracht werden.
Vorteile für Eingriffe und Ausbildung
Das roboterassistierte System unterstützt bei minimalinvasiven Eingriffen mit hochauflösender dreidimensionaler Sicht und präzise steuerbaren Instrumenten. Besonders bei komplexen Bewegungsabläufen und anatomisch anspruchsvollen Bereichen kann die Technik Vorteile bieten. Je nach Eingriff können sich Verbesserungen bei Gewebeschonung, Blutverlust und Erholung ergeben.
Auch die Ausbildung profitiert: Simulationsfunktionen und Aufzeichnung von Eingriffsdaten unterstützen Training und Qualitätssicherung. In Salzburg werden österreichweit die ersten Assistenzärztinnen und -ärzte am Hugo-System ausgebildet.
Modularer Aufbau ermöglicht Flexibilität
Anders als die vier bisher in den Salzburger Landeskliniken (SALK) eingesetzten OP-Roboter – zwei „Da Vinci“-Systeme am Universitätsklinikum und in Hallein – verfolgt „Hugo“ einen modularen Ansatz. Jeder Roboterarm befindet sich auf einem eigenen Modul. Je nach Eingriff werden nur die tatsächlich benötigten Module in den Operationssaal gebracht.
Priv.-Doz. Dr. Michael Weitzendorfer, Standortleiter der Abteilung für Chirurgie in Tamsweg, sieht darin einen organisatorischen Vorteil: „Wir können die benötigte Ausstattung gezielt an den jeweiligen Eingriff anpassen.“ Das modulare Konzept reduziert zudem die statische Punktbelastung des Bodens.
Gemeinsame Personalplanung sichert Versorgung
Die standortübergreifende Kooperation umfasst auch Einsatzplanung und Ausbildung des ärztlichen Personals. Durch gemeinsame Planung soll die fachärztliche Besetzung in Tamsweg gesichert werden. Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung können je nach Ausbildungsinhalten an verschiedenen Standorten Erfahrungen sammeln.
Emmanuel betonte: „Die enge Zusammenarbeit schafft Voraussetzungen für eine hohe Behandlungsqualität, eine strukturierte Weiterbildung und einen gezielten Wissenstransfer.“
Zehn Jahre SALK-Familie
Die Landesklinik wurde vor zehn Jahren Teil der SALK-Familie. Von 2016 bis 2019 wurde das über 100 Jahre alte Krankenhaus im laufenden Betrieb kernsaniert und an moderne Anforderungen angepasst. Das 23 Millionen Euro schwere Bauprojekt umfasste auch einen Hubschrauberlandeplatz am Dach, der 2019 realisiert wurde.
Betriebsorganisatorisch wurde Tamsweg mit seiner Tagesklinik zum österreichweiten Vorreiter: Patientinnen und Patienten können morgens kommen, operiert werden und bei guter Verfassung nachmittags wieder nach Hause gehen. Zahlreiche Hospitationen von Klinikteams aus anderen Regionen unterstreichen die Vorreiterrolle.
Der Vorstand der Landesklinik dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Berufsgruppen und blickte positiv in die Zukunft.
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