Opposition verlangt MCI-Neubau statt Sanierung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Bauprojekt mit Bauplan, Kran, 3.400 Studienplätzen, 15.300 m², 250 Mio. Euro und 2028/2029
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Tiroler Opposition fordert geschlossen einen Neubau für das MCI statt der von der Landesregierung geplanten Sanierung bestehender Standorte. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch kritisierten FPÖ, Liste Fritz, Grüne, Neos und der freie Abgeordnete Georg Dornauer die Pläne von Schwarz-Rot, so der ORF.

Die Tiroler Landesregierung hat einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung der aktuellen Hochschulstandorte gefasst. Gemeinsam mit einer Vereinbarung zwischen Land und MCI-Trägerverein sollen ab dem Studienjahr 2028/2029 insgesamt 3.400 Studienplätze gesichert werden. Zusätzlich sind 15.300 Quadratmeter mehr Nutzfläche vorgesehen.

Konkret soll das Erdgeschoß des MCI I in der Universitätsstraße angemietet und ausgebaut werden. Im MCI II im Hotel „Grauer Bär“ laufen Gespräche über die Sanierung angemieteter Flächen. Der Standort Villa Blanka bleibt bestehen, während am MCI IV in der ehemaligen Hauptpost der Eigentümer die Sanierung übernimmt. Dort soll zudem ein Erweiterungsbau realisiert werden.

„Mietkompromiss statt modernem Campus“

Die Oppositionsparteien üben scharfe Kritik an diesen Vorhaben. FPÖ-Chef Markus Abwerzger bezeichnete die Pläne als „Mietkompromiss statt modernem Campus“. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch von FPÖ, Liste Fritz, Grünen, Neos und dem freien Abgeordneten Georg Dornauer forderten die Oppositionellen einen Neubau unter Beteiligung der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

„Nach 30 bis 40 Jahren Kreditzins wäre das Gebäude dann in öffentlicher Hand und damit in deren Eigentum“, argumentierte Abwerzger. Ein Neubau stehe für klare Verhältnisse und rechne sich letztlich. „Aus der Hauptpost wird jedenfalls definitiv kein tragfähiger Campus“, zeigte er sich überzeugt.

Liste Fritz spricht von „Zersplitterung“

Andrea Haselwanter-Schneider, Parteichefin der Liste Fritz, kritisierte: „Was mit dem Sanierungsplan passiert, ist eine Zersplitterung, aber sicher kein Uni-Campus.“ Sie bemängelte, dass es nicht so schwierig sein könne, einen Zweckbau zu finalisieren, und sprach von peinlichem Versagen. Durch den Stillstand seien bereits Millionen für Beraterstunden und Gebäudeplanungen verschwendet worden, die nie umgesetzt wurden.

Zeliha Arslan (Grüne) zeigte sich überzeugt, dass ein Neubau im Endeffekt sogar günstiger wäre. Neos-Klubobfrau Birgit Obermüller betonte, ihre Partei habe sich stets für einen Neubau ausgesprochen, da ein modernes MCI viel zur Wertschöpfung im Land beitrage. „Das bisher ausgegebene Geld ist jedenfalls allemal zu viel, da bisher kein einziger Ziegel verbaut wurde“, so Obermüller.

Dornauer nennt Vorgehen „Murks“

Der aus der SPÖ ausgeschlossene Georg Dornauer bezeichnete das aktuelle Vorgehen von Schwarz-Rot als „Murks“. Er sei einst als zuständiger Hochbaureferent optimistisch gewesen, dass 2026 der Spatenstich für das MCI-Neu gesetzt werde. Dies habe sich zwar nicht erfüllt, die Umsetzung des Projekts sei aber weiterhin machbar.

Einig waren sich die Oppositionellen darin, dass es zumindest Kostentransparenz beim Sanierungsplan brauche. Diese liege bis heute nicht vor. Zudem forderten sie die Partner im Trägerverein auf, beim anstehenden Treffen am Donnerstag „Farbe zu bekennen“. Abwerzger appellierte besonders an Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung: „Liebe Wirtschaftstreibende, ihr müsst etwas machen.“

Mattle reagiert verärgert

Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) reagierte offensichtlich sehr verärgert auf die Pressekonferenz. „All jene, die permanent einen MCI-Neubau um hunderte Millionen Euro fordern, sollten sich fragen, ob sie nicht langsam die Geduld der Tirolerinnen und Tiroler überstrapazieren“, erklärte er gegenüber der APA. Bei jeder Gelegenheit fordere die Opposition einzusparen – außer beim MCI-Neubau.

Er könne zwar nachvollziehen, dass sich das MCI insgeheim einen teuren Neubau wünsche. „Aber als Landeshauptmann und Finanzreferent bin ich den Menschen im Wort und ich sage ganz klar: Wir hinterlassen den nächsten Generationen keinen Schuldenberg. Ich habe den MCI-Neubau aus Kostengründen abgesagt und er bleibt abgesagt“, stellte Mattle klar.

Projekt beschäftigt Landespolitik seit 2008

Der ursprünglich neben dem Innsbrucker Hofgarten geplante Neubau beschäftigt die Tiroler Landespolitik seit 2008. Nach mehrfachen Verzögerungen und Kostensteigerungen sagte Mattle das Projekt Ende 2024 aus budgetären Gründen endgültig ab. Zuletzt waren geschätzte Kosten von mehr als 250 Millionen Euro im Raum gestanden.

Die Träger der „Unternehmerischen Hochschule“ sind neben dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck die Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer Tirol, die Industriellenvereinigung Tirol sowie die Universität Innsbruck.

Quelle: https://tirol.orf.at/stories/3375059/

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