Ordination in Tulln bündelt Gesundheitsangebote für Frauen

Mathias FischerMathias Fischer
Arztliege und medizinische Geräte in einem Behandlungsraum einer Praxis in Österreich.
© roland paulitsch

In der Ordination „Frauenmed+“ in Tulln arbeiten verschiedene Gesundheitsberufe zusammen, um Frauen vor und nach der Geburt zu betreuen. Das Team umfasst Gynäkologie, Hebammen, Physiotherapie und Psychotherapie, so der ORF.

Die Tullner Gynäkologin Margit Atzmüller-Svetičič hat mit „Frauenmed+“ eine Ordination geschaffen, in der mehrere Gesundheitsberufe unter einem Dach zusammenarbeiten. Frauen sollen dort niederschwellig Unterstützung finden, ohne sich kompliziert andere Anlaufstellen suchen zu müssen. Die Gynäkologin erklärt, dass sie gesehen habe, dass Patientinnen beispielsweise Physiotherapie, Psychotherapie oder auch Sexualtherapie benötigen.

Zwei Hebammen mit Kassenvertrag stehen in der Ordination zur Verfügung und begleiten junge Familien vor, während und nach der Geburt. Barbara Friedl, Hebamme aus Tulln, betont, dass viele werdende Eltern eine sehr romantische Vorstellung hätten und daher gute Begleitung bräuchten, um im tatsächlichen Elternsein anzukommen. Das bedeute viel Fachwissen und gute Unterstützung.

Jennifer Eals, Mutter eines Neugeborenen, berichtet, dass das Stillen am Anfang ein großes Thema gewesen sei, weil es auch ein paar Probleme gegeben habe. Die Hebammenbetreuung nehme sie nach wie vor in Anspruch, wenn irgendwelche Probleme aufkommen. So könne man das mit der Hebamme gleich im Angriff nehmen, dass es nichts Gröberes werde.

Beckenboden-Probleme als Risikofaktor

Unterstützung gibt es auch bei Beschwerden mit dem Beckenboden, die nach einer Schwangerschaft häufig auftreten können. Das mache nicht nur Stress im Alltag, viele Betroffene meiden dann auch Sport, erklärt die Tullner Physiotherapeutin Irene Weis. Das ziehe Folgeprobleme nach sich. Wenn man sich nicht sehr viel bewege und sein Training nicht machen könne, werde man sozial isoliert. Und es sei ein Risikofaktor, etwa für Stoffwechselerkrankungen oder auch Krebserkrankungen.

Zusätzlich zu den zwei Wahlphysiotherapeutinnen sind es in der Ordination auch eine Osteopathin und eine Wahlpsychotherapeutin. Margit Atzmüller-Svetičič räumt ein, dass Wahltherapeutinnen für manche eine finanzielle Hürde seien. Manche könnten es sich einfach nicht leisten. Darum sei sie ja nach wie vor Kassenärztin, weil sie es wichtig finde, dass eine fachliche Kompetenz im Kassensektor vorhanden sei.

Gerade im Therapiebereich seien viele dann doch bereit, dieses weitere Angebot anzunehmen, weil sie einfach wüssten, dass es dann wirklich spezifisch auf sie zugeschnitten sei, so die Gynäkologin. Von der Krankenkasse wird bei Wahltherapeutinnen zumindest ein Teil der Kosten erstattet.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3363468/

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