ORF zeigt Doku über Giftanschlag auf Wachau-Bürgermeister

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Am 8. Oktober präsentiert ORF 1 zwei „True Stories“-Dokumentationen: Eine beleuchtet den Mordversuch an einem Bürgermeister in Spitz an der Donau im Jahr 2008, die zweite behandelt einen umstrittenen deutschen Justizfall.

Der ORF strahlt am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON die Premiere der Dokumentation „Landverbrechen im Herzen der Wachau“ aus. Der Film erzählt von einem Giftanschlag, der die Region vor knapp zwei Jahrzehnten erschütterte, und beleuchtet die Spannungen zwischen Tradition und wirtschaftlichen Interessen in der Wachau.

Im Februar 2008 entdeckte Hannes Hirtzberger, zu diesem Zeitpunkt Bürgermeister von Spitz an der Donau, eine Grußkarte samt Praline auf seinem Fahrzeug. Als er die Süßigkeit am darauffolgenden Morgen verzehrte, brach er kurz darauf zusammen. In seinem Körper wurde das Gift Strychnin nachgewiesen. Hirtzberger überlebte knapp, kehrte jedoch nie mehr in sein früheres Leben zurück.

Ermittlungen führten zu Konflikten um Bauland

Die Fahndung nach dem Täter führte die Ermittler tief in die Strukturen der Wachau. Die Region lebt von Weinbau, Tourismus und einer über Generationen bewahrten Landschaft. Hirtzberger hatte sich für deren Schutz stark gemacht. Wo Grund und Boden knapp sind, werden Fragen über Bebauung und Erhaltung schnell zu Fragen von Geschäft, Macht und Politik.

Die Ermittler stießen auf Gerüchte, alte Auseinandersetzungen und schließlich auf einen Mann, der am Ortseingang von Spitz große Vorhaben verfolgte. Aus der idyllischen Gemeinde wurde ein Ort, in dem plötzlich Misstrauen herrschte.

Deutscher Justizfall im Anschluss

Um 21.05 Uhr folgt die ORF-Premiere von „Tod nach der Disco – Der Eiskeller-Fall“. Die Dokumentation widmet sich einem spektakulären deutschen Kriminal- und Justizfall: dem Tod der 23-jährigen Medizinstudentin Hanna W. im oberbayerischen Aschau.

Im Oktober 2022 wurde die Studentin nach einem Diskothekenbesuch im „Eiskeller“ tot in einem Wildbach gefunden. Der 20-jährige Sebastian T., der in jener Nacht in der Gegend joggte, geriet unter Tatverdacht. Obwohl es keine Tatwaffe, keine DNA-Spuren und keine Zeugen gab, wurde er in einem Indizienprozess schuldig gesprochen und verbrachte zwei Jahre in Haft.

Im April 2025 hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf. Bei der Neuverhandlung im Herbst wurde Sebastian T. freigesprochen. Die Dokumentation untersucht, wie es zur Verurteilung kam, wie der Freispruch begründet wurde und welche Fragen der Fall an den deutschen Rechtsstaat aufwirft.

Quelle: OTS

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