Ortskerne müssen „süß wie Faschingskrapfen“ sein

Mona HopfingerMona Hopfinger
Revitalisierung: Von Häusern am Donutsring zum belebten Zentrum mit Geschäft
© Mit KI (Gemini) generiert

Wie lassen sich Innenstädte und Ortszentren wiederbeleben? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Enquete der Wirtschaftskammer Burgenland und der Stadt Eisenstadt. Experten betonten: Handel allein reicht nicht – es braucht soziale Infrastruktur, Wohnformen und Aufenthaltsqualität.

Die Revitalisierung von Stadt- und Ortszentren stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung in der Wirtschaftskammer Burgenland in Eisenstadt. Dabei wurden erfolgreiche Strategien diskutiert, wie Ortskerne wieder attraktiver gestaltet werden können.

Für Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth ist das Thema von zentraler Bedeutung. Ein belebtes Ortszentrum stärke die regionale Wirtschaft und binde Kaufkraft in der Region, betonte er. Wichtig sei, dass Betriebe in den Zentren gute Rahmenbedingungen vorfinden und sich eine Ansiedelung wirtschaftlich lohne.

Zentrumsentwicklerin: „Was haben wir, was andere nicht haben?“

Als Hauptrednerin gab Zentrumsentwicklerin Monika Hohenecker Tipps für die Belebung von Innenstädten.etwa mit der Bekämpfung des Leerstandes.

Seit rund 15 Jahren begleitet sie Kommunen, Eigentümer und Projektentwickler bei der Gestaltung lebendiger Zentren. Wie sie erklärte, gebe es unabhängig von der Größe einer Gemeinde überall Dinge, auf die man stolz sein könne. Entscheidend sei die Frage, was man habe, was andere nicht haben, und welche Zielgruppen man bislang verpasse.

Deutlich machte Hohenecker zudem, dass der Handel allein den Ortskern nicht retten könne. Es brauche vielmehr soziale Infrastruktur, passende Wohnformen, Arbeitsplätze und Orte zum Verweilen. Richtig sei ein Angebot dann, wenn es bestehende Bedürfnisse erfülle. Sie empfahl, mit kleinen Schritten zu beginnen, etwa mit der Bekämpfung des Leerstandes.

„Nicht hohl wie ein Donut, sondern süß wie ein Faschingskrapfen“

Praxisnahe Einblicke gab auch Architekt und Kulturmanager Roland Gruber, Mitgründer des Planungsbüros „nonconform“ und Vizebürgermeister von Moosburg in Kärnten. Anhand konkreter Beispiele zeigte er auf, wie sich Leerstände durch aktive Beziehungsarbeit, klare Visionen und konsequentes Engagement wieder mit Leben füllen lassen.

Sein Credo: „Stadt- und Ortskerne dürfen innen nicht so hohl wie ein Donut sein, sie müssen süß wie die Marmelade im Faschingskrapfen sein. Das gilt, wenn die Nutzungsmischung passt.“

Eisenstadt setzt auf breiten Maßnahmenmix

Bürgermeister Thomas Steiner betonte, dass eine lebendige Innenstadt durch das Zusammenspiel von Wirtschaft, Stadtplanung, Kultur, Veranstaltungen und guter Erreichbarkeit entstehe. In Eisenstadt setze man deshalb auf einen breiten Maßnahmenmix – vom Innenstadtbonus und den EisenstädterScheinen über ein aktives Leerstandsmanagement bis zu verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

Die gemeinsam von der Wirtschaftskammer Burgenland und der Stadt Eisenstadt veranstaltete Enquete sei ein wichtiger Auftakt für weitere Initiativen gewesen. Man wolle den begonnenen Austausch fortsetzen und gemeinsam mit Wirtschaft, Eigentümern und Bevölkerung an neuen Impulsen für lebendige Stadt- und Ortskerne im Burgenland arbeiten, so Steiner.

Quelle: https://www.wko.at/bgld/news/vom-donut-zum-krapfen-ortskerne-muessen-verlockend-sein

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