Ottenstein erhält dritte Pumpe für Pumpspeicherkraftwerk

Das niederösterreichische Kraftwerk Ottenstein wird um eine dritte Pumpe erweitert. Die Pumpkapazität steigt damit von 19 auf 31 Megawatt. Das 70 Jahre alte Kraftwerk versorgt rund 20.000 Haushalte mit Strom.
Das Kraftwerk Ottenstein wird derzeit ausgebaut. Eine dritte Pumpe soll die Anlage effizienter und flexibler im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien machen, wie EVN-Sprecher Stefan Zach erklärt. Die Pumpkapazität erhöht sich durch die Erweiterung von derzeit rund 19 Megawatt auf 31 Megawatt.
Das Kraftwerk ist seit 70 Jahren in Betrieb. Vier Francis-Turbinen mit je 12 Megawatt Leistung erzeugen Strom für etwa 20.000 niederösterreichische Haushalte. Zwei der Turbinen sind bereits als Pumpturbinen ausgeführt, wodurch Ottenstein das einzige Pumpspeicherkraftwerk Niederösterreichs ist.
So funktioniert das Pumpspeicherprinzip
Das Prinzip ist laut Zach einfach: „Wenn im Netz zu viel Strom vorhanden ist, wird dieser verwendet, um Wasser in den Speichersee hochzupumpen.“ Dort lagert das Wasser als gespeicherte Energie. Wird die Energie benötigt, wird sie über die Turbinen des Kraftwerks wieder zu Strom, so der EVN-Sprecher.
Kürzlich wurde das Herzstück der neuen Pumpe angeliefert: die Pumpenspirale. Das Bauteil wiegt rund 30 Tonnen und musste mit Millimeterarbeit in das bestehende Kraftwerk eingepasst werden. Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres fertiggestellt sein.
Inbetriebnahme vor 70 Jahren
Das letzte der drei Kamp-Kraftwerke wurde nach nur drei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Die ersten Maschinen gingen am 14. Oktober 1956 in Betrieb. Am 6. Juli 1957 wurde das Pumpspeicherkraftwerk in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Julius Raab offiziell eröffnet.
„Das Kraftwerk Ottenstein ist bis heute das leistungsstärkste Wasserkraftwerk der EVN und gehört zu den größten Infrastrukturinvestitionen in Niederösterreich“, so Zach. Die Staumauer ist 69 Meter hoch und bis zu 24 Meter dick. Sie hält rund 73 Millionen Kubikmeter Wasser zurück.
Schwarzstart-Fähigkeit für Versorgungssicherheit
Das Kraftwerk kann durch das gespeicherte Wasser im Staubecken und den direkten Anschluss an die 110-kV-Leitung vollkommen ohne äußere Stromversorgung mit der Stromproduktion und dem Wiederaufbau des Stromnetzes beginnen. Diese sogenannte Schwarzstart-Fähigkeit hat enorme Wichtigkeit bei einem weitreichenden Netzausfall, etwa im Fall einer Naturkatastrophe.
Quelle: https://www.evn.at/home/presse/mehr-power-fur-ottenstein
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