Pankl Aerospace setzt auf Absolventen der FH Joanneum

Pia Prodinger
Pankl Josef und Christian P. P. vor Kunstwerken in Kapfenberg
© Fabian Hasler

Der steirische Luftfahrtzulieferer Pankl beschäftigt verstärkt Fachkräfte aus dem Aviation-Studiengang der FH Joanneum in Graz. Zwei Absolventen berichten über ihren Werdegang und die Zukunftsaussichten der Branche.

Die Aerospace-Sparte des Unternehmens Pankl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Seit 2023 betreibt der Zulieferer einen neuen Produktionsstandort in Kapfenberg. Für das Wachstum setzt das Unternehmen auf gut ausgebildetes Personal – sowohl durch interne Schulungen als auch durch die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte von Hochschulen.

Bernd Nöhrer und David Kerschbaumer-Stöckler haben beide ihr Bachelor- und Masterstudium im Studiengang Aviation an der FH Joanneum absolviert. Beide arbeiten mittlerweile bei Pankl Aerospace und sind in ihrer Freizeit als Privatpiloten unterwegs.

Vom Studium in die Praxis

Die Begeisterung für die Fliegerei war bei beiden bereits in der Kindheit vorhanden. Nöhrer wuchs in der Nähe des Fliegerhorsts bei Zeltweg auf, Kerschbaumer-Stöckler hatte einen Flugplatz im Mostviertel vor der Haustür. Nach der Matura führte ihr Weg an die FH Joanneum, wo sie den Bachelor- und Masterstudiengang Aviation absolvierten.

Die Studieninhalte gliedern sich in drei Bereiche: Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaft. Die enge Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen erleichtert den Berufseinstieg durch Praktika und gemeinsame Projekte.

Kerschbaumer-Stöckler sammelte während des Studiums Praxiserfahrung in der Wartung, im Softwarebereich der Drohnentechnologie und bei Flugsimulatoren. Nöhrer hingegen wählte einen kaufmännisch-planerischen Schwerpunkt und absolvierte Praktika in der Produktionsplanung und im Einkauf.

Wachstum bei Pankl Aerospace

Nöhrer ist seit 2017 bei Pankl beschäftigt. Damals hatte das Unternehmen rund 70 bis 75 Mitarbeitende – heute sind es etwa 150. Ein sichtbares Zeichen des Wachstums ist der neue Produktionsstandort im Kapfenberger High-Tech-Park. Die moderne Produktionshalle mit ausgewählten Bauteilen im Eingangsbereich soll den technologischen Anspruch des Unternehmens unterstreichen.

Beide arbeiten als Program Manager und fungieren als Schnittstelle zwischen Kunde und Unternehmen – von der ersten Anfrage bis zur Auslieferung des fertigen Bauteils. Kerschbaumer-Stöckler hebt die Bedeutung von Rückverfolgbarkeit und Qualität hervor. Produktionsunterlagen müssen 35 bis 40 Jahre archiviert werden. Bei Schäden an Bauteilen ist er Teil der Ursachenanalyse.

Nöhrer betont die Vielseitigkeit seines Berufs. Als Tier-1-Zulieferer arbeitet Pankl mit namhaften Unternehmen der internationalen Aerospace-Branche zusammen. Beide schätzen besonders, die eigenen Bauteile später im Einsatz zu sehen.

Prognosen für die Luftfahrtbranche

Kerschbaumer-Stöckler sieht großes Potenzial im Bereich der Drohnentechnologie – vom Transport von Defibrillatoren über Paketzustellungen bis hin zu Lufttaxi-Konzepten, wie sie Airbus im Rahmen der Planungen für die Olympischen Spiele entwickelt.

Nöhrer verweist auf Marktprognosen von Airbus und Boeing. Beide Hersteller gehen davon aus, dass sich der weltweite Flugzeugbestand bis 2044 nahezu verdoppeln wird. Rund 45.000 neue Flugzeuge werden benötigt – etwa zur Hälfte als Ersatz für bestehende Modelle und zur Hälfte aufgrund steigender Nachfrage. Bei zwei Triebwerken pro Flugzeug ergeben sich große Zukunftsaussichten für Zulieferunternehmen.

Das stärkste Wachstum wird in Asien, Afrika und Südamerika erwartet. Globalisierung, steigender Wohlstand und zunehmende Reisetätigkeit treiben diese Entwicklung voran. Die enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen verbindet Theorie und Praxis und bildet die Basis für die Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte.

Quelle: https://www.fh-joanneum.at/news/pankl-x-fh-joanneum-mit-der-luftfahrt-auf-der-karriereleiter-hoch-hinaus

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