Para-Sportler hoffen auf Sensation gegen Spanien

Vor dem entscheidenden WM-Spiel gegen Spanien am Donnerstag haben sich Vertreter der österreichischen Para-Sportszene zur bisherigen Leistung des Nationalteams geäußert. Die Meinungen reichen von vorsichtigem Optimismus bis zu realistischer Skepsis.
Andreas Onea, Paralympics-Medaillengewinner im Schwimmen und ORF-Sportmoderator, sieht die Spiele dieser WM als attraktiver als vor vier Jahren. Es würden viele Tore fallen, und wenn Favoriten straucheln, werde es noch spannender. Die Ankickzeiten seien für Europa allerdings „zach“. Wegen seines Trainings habe er die Partie um 4 Uhr morgens gegen Algerien nicht sehen können.
Für das Match gegen den Europameister hofft Onea, dass Defensive und Offensive endlich gleichzeitig funktionieren. „Wenn wir gewinnen, ist es eine Sensation. Wir haben gegen Spanien keine Chance und genau diese müssen wir nutzen“, so der Niederösterreicher. Österreich müsse dem Gegner das Spiel kaputt machen, kontern und Kalajdzic oder Arnautovic vorne finden. Hinten kompakt stehen sei gegen Argentinien gut gelungen, da sei offensiv aber wieder wenig gekommen. Gegen den Europameister müsse beides klappen.
Martin Ladstätter, Vorstandsmitglied des ÖBSV und E-Rolli-Fußball-Nationalspieler, findet die WM „sehr cool und sehr amerikanisch“ aufgezogen. Die Stimmung nehme er als durchwegs fair wahr. Unfair finde er allerdings, dass einzelne Betreuer und Spieler gar nicht einreisen durften und der Iran jedes Mal sofort die USA verlassen musste – das sei ein großer Nachteil gewesen.
Österreich habe im ersten Spiel ansprechend gespielt und den „Pflichtsieg“ geschafft. Das 2:0 gegen Argentinien hätte auch ein 1:0 sein können. Das Spiel gegen Algerien sei kaum auszuhalten gewesen. Zweimal gut in Führung und damit fix aufgestiegen, dann sei man beinahe eingeschlafen. Plötzlich habe Algerien das Team beinahe aus dem Turnier geschossen. Dass in allerletzter Sekunde durch eine Traumkombination noch der Ausgleich gelang, sei „jetzt schon legendär“ und zumindest „auf einer Stufe mit Cordoba 1978“.
Dem Duell mit Spanien sieht Ladstätter optimistisch entgegen. Wenn das Nationalteam wieder spritzig spiele, ein bis zwei gute Aktionen gelängen und man den Ball im Tor unterbringe, sei alles möglich. Deutschland habe gegen Paraguay drei Viertel der Zeit den Ballbesitz gehabt, trotzdem sei Paraguay dank effizienter Chancenauswertung weiter. Wenn das gelingt, könne man die haushohen Favoriten überraschen.
Leo Vasile, Nationaltrainer im E-Rollifußball und Coach der Special Violets, betont, dass bis jetzt alle Spiele extrem ausgeglichen gewesen seien. Es habe viele Überraschungen gegeben wie etwa im Match Deutschland gegen Paraguay. Das zeige, dass man mit Kampf, Kratzen und Beißen alles erreichen könne. Diese Mentalität und dieser Kampfgeist seien entscheidend und wichtiger als das Können einzelner Spieler.
Die Chancen stünden seiner Meinung nach bei 60:40 für Spanien. Argentinien habe Österreich die Grenzen aufgezeigt, gegen Jordanien und Algerien habe man sich schwergetan, weil man die Favoritenrolle hatte. Spanien habe bisher ebenfalls noch nicht überzeugt. Passwege zustellen, auf Konter lauern und Nadelstiche setzen – dann sei etwas möglich.
Christoph Lagler, Gründer und Obmann des ÖFB-Fanclubs „Wildcats with Handicaps“, verfolgt die WM diesmal von zu Hause aus. Vier Fanclub-Mitglieder hätten die Reise über den großen Teich auf sich genommen. Die bisherigen WM-Leistungen des Nationalteams könnten laut ihm leider nicht an jene der Europameisterschaft anknüpfen.
Die Gruppenphase sei wenig überragend gewesen – und das in allen drei Spielen. Das Match gegen Algerien sei natürlich eine Nervenpartie gewesen, er habe beinahe 144 anrufen müssen. Nach dem 3:2 habe er, wie viele andere auch, geglaubt, es sei vorbei. Gegen Spanien rechnet er sich für die ÖFB-Elf nur geringe Chancen aus. Gleichzeitig wisse er, dass die WM bisher viele überraschende Ergebnisse parat hatte.
Quelle: https://www.obsv.at/aktuelles/details/gelingt-die-sensation-die-oebsv-familie-im-wm-fieber

Worüber spricht Klosterneuburg morgen?
Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.