Passauer Kinderärzte versorgen Neugeborene in Schärding

Mona HopfingerMona Hopfinger
Ärzte und Pflegekräfte mit Akten und Elternkindpass im Krankenhaus
© OÖG

Das Klinikum Schärding und die Kinderklinik Dritter Orden Passau arbeiten seit August bei der Versorgung von Neugeborenen zusammen. An drei Tagen pro Woche kommen Kinderärzte aus Bayern nach Oberösterreich.

Seit August läuft eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum Schärding und der Kinderklinik Dritter Orden Passau. Dreimal wöchentlich reisen Kinderärztinnen und Kinderärzte aus der bayerischen Stadt direkt ins oberösterreichische Spital und untersuchen dort die Neugeborenen.

Die Mediziner führen zwischen dem zweiten und zehnten Lebenstag die Neugeborenen-Basisuntersuchung U2 durch. Dazu gehören auch Ultraschalluntersuchungen von Nieren und Hüften. Zudem stehen die Passauer Spezialisten rund um die Uhr für Notfälle zur Verfügung und können bei Bedarf rasch vor Ort sein.

„Wir erweitern eine gute bestehende Versorgung um zusätzliche fachärztliche Kompetenz aus einem großen Kinderzentrum. Das ist eine sinnvolle Weiterentwicklung des Bewährten. Davon profitieren die Familien unmittelbar“, erklärt Prim. Florian Degenhart, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Schärding.

Telemedizin und Notfallteam

Bisher wurden die in Schärding geborenen Kinder von Robert Piberhofer untersucht, der sowohl im Klinikum angestellt als auch als niedergelassener Kinderarzt tätig war. Dieses System wurde nun adaptiert. Durch die regelmäßige Anwesenheit der Passauer Kinderärzte stehen mehr Fachressourcen zur Verfügung – etwa für schnelle Einschätzungen bei Anpassungsproblemen.

Bei unerwarteten Komplikationen während oder kurz nach der Geburt kann das Team in Schärding sofort telemedizinisch mit der Kinderklinik Passau Kontakt aufnehmen. Falls nötig, kommt ein spezialisiertes Team aus dem 17 Kilometer entfernten Passau nach Schärding.

„Unsere Motivation ist klar: Wir wollen gemeinsam das beste Versorgungsumfeld für Neugeborene in der gesamten Region schaffen“, sagt Prof. Matthias Keller, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden Passau. „Diese Kooperation zeigt, wie sinnvoll es ist, über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten – im Interesse der jüngsten Patientinnen und Patienten.“

Politische Unterstützung für Kooperation

Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander betont: „Gesundheitsversorgung darf nicht an Landes- oder Staatsgrenzen enden. Entscheidend ist, dass Patientinnen und Patienten – gerade die Jüngsten – zur richtigen Zeit die bestmögliche Betreuung erhalten. Die Kooperation zwischen dem Klinikum Schärding und der Kinderklinik Dritter Orden Passau zeigt eindrucksvoll, wie durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit Qualität, Sicherheit und Nähe für Familien in der Region weiter gestärkt werden können.“

Tilman Königswieser, Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖG, ergänzt: „Gerade in der Versorgung von Neugeborenen zeigt sich, worauf es im Gesundheitswesen ankommt: auf fachliche Exzellenz, Vertrauen und ein gutes Miteinander über Organisations- und Ländergrenzen hinweg. Als Kinderarzt weiß ich, wie entscheidend die ersten Lebenstage sind.“

Außerhalb des Klinikums ist weiterhin ein niedergelassener Kinderarzt in Schärding tätig und betreut kleine Patientinnen und Patienten in der Region. Sollte ein stationärer Aufenthalt erforderlich sein, werden alle Kinder aus dem Bezirk Schärding in der Kinderklinik Dritter Orden Passau versorgt.

Quelle: https://www.ooeg.at/service/presse/presseaussendungen/detail/grenzenlos-gut-sd

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