Pelletbranche weist Preisdeckel-Forderung der AK zurück

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Verband proPellets Austria wehrt sich gegen die Forderung der Arbeiterkammer Salzburg nach einem staatlichen Preisdeckel für Pellets. Trotz gestiegener Preise bleibe der Brennstoff deutlich günstiger als Heizöl.

Der Branchenverband proPellets Austria kritisiert die Forderung der AK Salzburg nach einem gesetzlichen Preisdeckel für Pellets scharf. Geschäftsführerin Doris Stiksl bezeichnet die Forderung als „Verstaatlichungsfantasie der 1970er Jahre“. Sie verwehre sich dagegen, dass eine ganze Branche, die Tausende Arbeitsplätze sichere, unter Generalverdacht gestellt werde.

Laut Stiksl sei der Preis für Pellets zwar gestiegen, dies habe aber nachvollziehbare Gründe. Pellets blieben der mit großem Abstand günstigste Komfortbrennstoff. Ein typischer Pellet-Haushalt erspare sich mehr als 2.400 Euro im Vergleich zu Heizöl.

Gestiegene Kosten und höhere Nachfrage

Als Gründe für die höheren Preise nennt die Geschäftsführerin gestiegene Rohstoff-, Energie- und Lohnkosten. Zudem habe die lange Heizperiode europaweit zu einer höheren Nachfrage geführt. Auf der Angebotsseite wirke sich die schwache Baukonjunktur aus: Viele Sägewerke hätten ihre Produktion reduziert, wodurch weniger Sägespäne anfallen – ein zentraler Rohstoff für die Pelletproduktion.

Export reduziert, heimischer Markt bevorzugt

Pellets werden wie andere Güter auf dem gesamten europäischen Markt gehandelt. Nicht gebundene Mengen werden daher auch auf anderen Märkten angeboten. Daraus lasse sich weder eine künstliche Verknappung noch eine bevorstehende Versorgungslücke ableiten, so der Verband.

Zuletzt wurden um 6 Prozent weniger Pellets exportiert, um den heimischen Markt verstärkt zu beliefern. Viele der 55 Pelletproduzenten und knapp 100 Händler in Österreich gäben der Versorgung des österreichischen Marktes derzeit bewusst Vorrang vor Exportmöglichkeiten, betont Stiksl. „Hier von Marktmacht und Gewinnmaximierung zu sprechen, geht an der Realität vorbei“, sagt die Geschäftsführerin.

Forderung nach staatlicher Bevorratung

Anstatt über Verstaatlichung von heimischen Betrieben zu fantasieren, sollten sinnvolle Alternativen diskutiert werden, so Stiksl. proPellets Austria fordert schon seit Längerem eine staatliche Bevorratung von Holzpellets, ähnlich dem Modell bei fossilen Energieträgern. Es sei unverständlich, dass etwas, das bei fossiler Energie seit Jahren selbstverständlich sei, bei Pellets nicht umgesetzt werden könne, sagt Stiksl und fordert in diesem Zusammenhang Bewegung von der Politik.

Quelle: OTS

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