Pendlerinitiative fordert „Klimaticket Süd“ für Steiermark und Kärnten

Pia ProdingerPia Prodinger
Klimaticket Süd: Zug Steiermark-Kärnten, PKW-Verkehr A2 sinkt um 4,6%
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach dem erfolgreichen Start der Koralmbahn verlangt die Pendlerinitiative ein gemeinsames Klimaticket für die Steiermark und Kärnten. Die Landesgrenze bleibt bei den Tarifen weiterhin eine Hürde für Pendler.

Die Pendlerinitiative setzt sich seit Monaten für eine bezahlbare Ticketlösung zwischen Steiermark und Kärnten ein. Mit dem „Klimaticket Süd“ präsentiert sie nun einen konkreten Vorschlag, der sich am Modell des Verkehrsverbundes Ostregion orientiert.

Die Koralmbahn bringt Graz und Klagenfurt in etwa 45 Minuten zusammen und zeigt wenige Monate nach dem Start bereits messbare Effekte: Die Mobilität zwischen den Bundesländern steigt, die Arbeitsmärkte rücken näher zusammen und der Pkw-Verkehr im Koralmkorridor sinkt stärker als im österreichweiten Vergleich.

Allerdings stellt die Landesgrenze bei den Fahrscheinen nach wie vor ein Hindernis dar: Das KlimaTicket Steiermark und das KlimaTicket Kärnten sind jeweils nur im eigenen Bundesland gültig. Pendler zwischen den beiden Ländern müssen daher mit höheren Kosten und unübersichtlichen Tarifregeln rechnen.

Deutlicher Rückgang beim Autoverkehr

Eine aktuelle VCÖ-Auswertung auf Grundlage von ASFINAG-Daten zeigt: Der Pkw-Verkehr auf der A2 im Koralmkorridor ist im ersten Halbjahr 2026 um 4,6 Prozent gesunken. Im Kärntner Abschnitt betrug der Rückgang sogar 6,3 Prozent, im steirischen Teil 3,6 Prozent. Österreichweit ging der Pkw-Verkehr hingegen nur um 0,6 Prozent zurück.

Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich die Wirkung der neuen Verbindung: Das AMS Kärnten und das AMS Steiermark bauen ihre Kooperation aus. Entlang der Koralmbahn entwickelt sich zunehmend ein gemeinsamer Wirtschafts-, Bildungs- und Arbeitsraum für Südösterreich.

Forderung nach Tarifreform

„Die Menschen steigen auf die Bahn um, wenn das Angebot schnell, verlässlich und leistbar ist. Die ersten Entwicklungen zeigen das Potenzial der Koralmbahn deutlich. Jetzt muss auch bei den Tarifen endlich nachgezogen werden“, erklärt Walter Semlitsch, Obmann der Pendlerinitiative.

Quelle: OTS

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