Pensionistenverband fordert massiven Ausbau mobiler Pflege

Der Pensionistenverband Österreichs verlangt zum Tag der Personenbetreuerinnen am 1. Juli bessere Arbeitsbedingungen und mehr Unterstützung für Pflegekräfte. Präsidentin Birgit Gerstorfer warnt vor steigenden Kosten und Personalmangel.
Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbands Österreichs (PVÖ), betont anlässlich des Tags der Personenbetreuerinnen die Notwendigkeit fairer Rahmenbedingungen. Wertschätzung dürfe nicht bei Worten enden, sondern müsse sich in sozialer Sicherheit und politischer Unterstützung zeigen.
In Österreich werden rund 25.000 pflegebedürftige Menschen durch die 24-Stunden-Betreuung versorgt. Gleichzeitig nutzen bereits etwa 150.000 Personen mobile Pflege- und Betreuungsdienste – mit stark steigender Tendenz. Die Pflege zu Hause sei längst eine tragende Säule des Pflegesystems, so Gerstorfer. Ohne diese Betreuungskräfte würde das System zusammenbrechen.
Warnung vor unleistbarer Pflege
Der Verband warnt vor einer Verschärfung der Lage ohne politisches Handeln. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steige, während Betroffene, Angehörige und Betreuungskräfte mit steigenden Kosten, Personalmangel und bürokratischen Hürden kämpften. „Wenn wir jetzt nicht handeln, droht qualitativ hochwertige Pflege für viele Menschen unleistbar zu werden“, erklärt die PVÖ-Präsidentin.
Pflege sei eine öffentliche Aufgabe und dürfe weder vom Einkommen noch vom Wohnort abhängen. Ein Sozialstaat zeige sich daran, wie er mit den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft umgehe.
Fünf zentrale Forderungen
Der Pensionistenverband stellt konkrete Forderungen auf:
- Massiver Ausbau der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste in allen Regionen
- Nachhaltige Finanzierung ohne Mehrbelastung der Betroffenen
- Langfristige Absicherung der 24-Stunden-Betreuung mit höheren Förderungen
- Bessere Unterstützung pflegender Angehöriger
- Mehr Ausbildungsplätze und wirksame Maßnahmen gegen Personalmangel
Planungssicherheit gefordert
Besonders die 24-Stunden-Betreuung benötige Planungssicherheit. Viele Familien wüssten nicht mehr, wie sie die Betreuung ihrer Angehörigen finanzieren sollen. Tausende Personenbetreuerinnen leisteten unter schwierigen Bedingungen Außerordentliches. Das System dürfe nicht vom Improvisieren leben, betont Gerstorfer.
Der PVÖ fordert Bund und Länder auf, die Förderungen regelmäßig an die tatsächlichen Kosten anzupassen. Jeder Euro, der in mobile Pflege investiert werde, sei ein Gewinn für die Lebensqualität älterer Menschen und entlaste das gesamte Gesundheitssystem. Wer heute bei der Pflege spare, zahle morgen doppelt.
Abschließend richtet die Präsidentin ihren Dank an die Personenbetreuerinnen. Sie schenkten Menschen Sicherheit, Selbstbestimmung und menschliche Nähe – oft rund um die Uhr. Dafür gebühre ihnen nicht nur Dank, sondern auch die klare Zusage der Politik, sie nicht allein zu lassen.
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