Pensionslücke: Frauen erhalten 1.000 Euro weniger

Pia ProdingerPia Prodinger
Pensionslücke: Männer verdienen 2.577 €, Frauen 1.526 €
© Mit KI (Gemini) generiert

In Salzburg bezogen Männer im Jahr 2025 durchschnittlich 2.577 Euro Pension, Frauen hingegen nur 1.526 Euro. Arbeiterkammer, ÖGB und SPÖ fordern eine Reform des Pensionssystems und eine bessere Bewertung von Kindererziehungszeiten, so der ORF.

Die Pensionslücke zwischen Männern und Frauen in Salzburg beträgt mehr als 1.000 Euro. Während die durchschnittliche Pension für Männer im Jahr 2025 bei 2.577 Euro lag, erhielten Frauen lediglich 1.526 Euro. Als Hauptgrund gilt die hohe Teilzeitquote bei Frauen, die auch jene ohne unmittelbare Betreuungspflichten betrifft.

Eine im Februar heuer veröffentlichte Statistik der Arbeiterkammer zeigt: Der Teilzeitanteil von Frauen mit Kindern über 15 Jahren liegt bei rund 60 Prozent. Der daraus resultierende Einkommensunterschied fällt bei der Pension noch deutlich höher aus als während des aktiven Erwerbslebens – mehr als doppelt so hoch.

Pensionssystem verstärkt Unterschiede

Peter Eder, Chef von AK, ÖGB und SPÖ in Salzburg, macht das Pensionssystem für die Verschärfung der Unterschiede verantwortlich. Früher seien die besten Jahre für die Pensionsberechnung herangezogen worden, mittlerweile zähle jedoch das gesamte Erwerbsleben. „Und in der Summe über die Lebenseinkommen verliert man dann natürlich extrem viel“, so Eder.

Christine Pertele, ÖGB-Landespensionistinnen-Vorsitzende, betont: „Niedrige Pensionen sind kein Schicksal, sondern das Ergebnis von Strukturdefiziten: mangelnde Kinderbildungsplätze, unbezahlte Care-Arbeit, schlecht bezahlte Branchen und unfreiwillige Teilzeit sind die Hauptursache für die Pensionslücke, die nicht erst im Ruhestand, sondern am ersten Arbeitstag entsteht.“

Forderung nach besserer Bewertung von Kindererziehung

Einkommensschwache Jahre würden sich bei Frauen stärker auswirken, argumentiert Eder. Er fordert daher eine bessere Bewertung von Kindererziehungszeiten im Pensionssystem.

Petra Berger-Ratley, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende, ergänzt: „Frauen flüchten ja nicht freiwillig in die Teilzeitfalle. Sie sind darauf angewiesen, Teilzeit zu arbeiten, weil es an Bildungs- und Betreuungsplätzen fehlt oder sie Angehörige pflegen müssen.“ Gerade im Pflegebereich müssten aufgrund des Personalmangels immer mehr Menschen zuhause betreut werden. „Wer der Gesellschaft den Rücken stärkt, darf im Alter dafür nicht auch noch bestraft werden“, so Berger-Ratley.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3365624/

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