Perterer und Pabinger bei Ironman-WM auf Hawaii am Start

Am Samstag gehen mit Lisa Perterer und Anna Pabinger zwei österreichische Spitzentriathletinnen bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii an den Start. Das Frauen-Eliterennen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen beginnt um 6.30 Uhr Ortszeit in Kailua-Kona.
Lisa Perterer, die im Vorjahr in Hawaii Fünfte wurde, strebt erneut ein Spitzenergebnis an. „Nach meinem starken Rennen im Vorjahr weiß ich, dass ich hier vorne mitmischen kann“, erklärte die Kärntnerin gegenüber der APA. Die 34-Jährige akklimatisiert sich bereits seit zwei Wochen vor Ort.
Heuer findet die Ironman-WM für Frauen und Männer erstmals seit 2019 wieder gemeinsam am selben Tag auf Big Island statt. Während bei der Männer-Elite kein ÖTRV-Athlet vertreten ist, kämpfen Perterer und Pabinger um rot-weiß-rote Spitzenplätze. Das Männerrennen startet kurz vor dem der Frauen.
Extreme Bedingungen auf Big Island
Die Bedingungen auf der größten Hawaii-Insel beschrieb Perterer als „sehr anspruchsvoll“. Es sei sehr heiß und feucht, was vor allem beim Laufen eine große Herausforderung darstelle. Beim Radfahren bremse der Wind, beim Schwimmen forderten Wellen und Strömung – doch genau das schätze sie an der Insel, betont die Ausdauersportlerin: „Aber genau das alles gefällt mir auf der Insel.“
Im Vorjahr setzte Perterer die Hitze auf der Strecke durch die Lavafelder zu, mehrere Topathletinnen gaben auf. Sie kämpfte sich in 8:48:08 Stunden ins Ziel. „Bei einem Ironman gibt es immer Phasen, in denen man sich mental überwinden muss. Für mich ist das hier vor allem beim Laufen der Fall“, so Perterer. Ein Marathon nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 180 Kilometern auf dem Rad, bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit, verlange Körper und Geist alles ab.
Bis zu 120 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde
Eine entscheidende Komponente ist die Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme während des Rennens. Auf dem Rad trinke sie ungefähr einen Liter pro Stunde, beim Laufen etwa 0,5 Liter pro Stunde, erzählte Perterer. Sie probiere einfach alles an Wasser zu nehmen, was sie auf der Strecke bekommen könne. Hinzu kämen 120 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde während des Radfahrens und 60 bis 70 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde auf der Laufstrecke, damit die Energieversorgung über die gesamte Distanz möglichst konstant bleibe.
Ihre Form bezeichnete Perterer als gut. Das hätten ihre Ergebnisse zuletzt bei der Ironman-EM in Hamburg im Juni (mit Österreich-Rekord von 8:22:31 Stunden Fünfte) sowie beim Ironman 70.3 in Zell am See Ende August (Zweite) gezeigt. Den Radsturz zu Saisonbeginn hat Perterer fast vollständig überstanden: Die Verletzung sei „zu 99 Prozent ausgeheilt“. Auf dem Weg nach Hawaii erwischte sie allerdings eine Verkühlung, von der sie sich mittlerweile wieder erhole.
Österreichische Bestmarke
Rang fünf markiert die österreichische Bestleistung auf Hawaii. Neben Perterer gelang das bislang nur Olympiasiegerin Kate Allen, die 2005 und 2006 jeweils Fünfte wurde. Für ein Topresultat bei der Ironman-WM müsse „an diesem Tag wirklich alles zusammenpassen“, betont Perterer, die 2025 in Mexiko ihren ersten Ironman-Sieg feierte.
Einen Triumph hat auch Anna Pabinger auf dem Konto: Die 37-jährige Oberösterreicherin gewann im Vorjahr bei ihrem Langdistanz-Debüt in Chattanooga (Tennessee). Die mehrfache Staatsmeisterin, die von Triathlet Michael Weiss betreut wird, gibt nun ihre Hawaii-Premiere.
Norwegische Favoritinnen und Favoriten
Bei den Frauen führt kein Weg an Titelverteidigerin und Europameisterin Solveig Lövseth aus Norwegen vorbei, als ihre größte Konkurrentin gilt die Britin Kat Matthews.
Bei den Männern feierte Norwegen im Vorjahr in Nizza einen Dreifachsieg. Diesmal muss Weltmeister Casper Stornes passen: Eine Windböe blies ihn vor zwei Wochen beim Training auf Big Island vom Rad, seither ist er verletzt. Als Medaillenanwärter gelten Gustav Iden und allen voran Kristian Blummenfelt. Der dreifache Champion Patrick Lange aus Deutschland will sich bei seinem Hawaii-Abschied noch einmal in Szene setzen.
Quelle: APA
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