Peter de Caluwe wird Intendant der Salzburger Festspiele

Pia ProdingerPia Prodinger
Salzburg 2028+ mit Kompass, Schiff und Baustelle, Intendanz Peter de Caluwé, Kristina Hammer
© Mit KI (Gemini) generiert

Der belgische Opernmanager Peter de Caluwe übernimmt nach der Saison 2027 die Leitung der Salzburger Festspiele. Das Kuratorium stellte den 63-Jährigen am Freitag offiziell vor. Kristina Hammer bleibt für weitere fünf Jahre Präsidentin.

Das Festspielkuratorium unter der Leitung von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) hat am Freitag die personelle Zukunft der Salzburger Festspiele vorgestellt. Neuer Intendant wird Peter de Caluwe, der zuletzt die Brüsseler Oper leitete. Sein Vorbereitungsvertrag beginnt bereits am 1. Oktober. Die Entscheidung war bereits wenige Tage zuvor öffentlich bekannt geworden.

Bei der Präsentation im Festspielhaus sprach Edtstadler von herausfordernden Zeiten, die hinter den Festspielen lägen. Um Kontinuität zu gewährleisten, werde Kristina Hammer weitere fünf Jahre als Präsidentin tätig sein. Gleichzeitig beginne mit dem neuen Intendanten eine neue Phase in der Entwicklung des Festivals.

Enge Verbindung zu Salzburg

Der am 23. April 1963 im belgischen Dendermonde geborene de Caluwe stand von 2007 bis 2025 an der Spitze der Oper La Monnaie/De Munt in Brüssel. Zuletzt war er als Geschäftsführer für das Kulturhauptstadtjahr 2030 in der belgischen Stadt Löwen verantwortlich.

Bei seiner Vorstellung betonte der designierte Intendant seine langjährige Verbundenheit mit Salzburg. Die Stadt sei für ihn ein Ort, an dem Außergewöhnliches möglich werde. Seine neue Aufgabe erfülle ihn mit großer Demut gegenüber der Geschichte, der künstlerischen Tradition und den Menschen, die die Festspiele geprägt hätten. Statt mit einem fertigen Konzept anzutreten, wolle er zunächst zuhören und sich ein umfassendes Bild machen.

Festspiele für unterschiedliche Generationen

De Caluwe sprach sich für größtmögliche Offenheit aus und möchte die Festspiele für unterschiedliche Generationen und künstlerische Zugänge attraktiv gestalten. Dabei solle sich das Festival nicht allein über große Namen definieren. Mit der amtierenden Intendantin Karin Bergmann wolle er sich rasch austauschen. Zu möglichen Personalentscheidungen in der Schauspielleitung äußerte er sich noch nicht.

Bereits jetzt müsse mit den Planungen für die Spielzeiten ab 2028 begonnen werden. Trotz des knappen Zeitrahmens zeigte sich de Caluwe optimistisch, hochkarätige Künstlerinnen und Künstler für Salzburg gewinnen zu können.

Mehr Verbindungen zwischen den Sparten

Der künftige Intendant kündigte an, auf die Expertise der einzelnen Sparten zu setzen, zugleich aber eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Oper, Schauspiel und weiteren Kunstformen anzustreben. Ihn interessiere besonders, welche neuen Ausdrucksformen an den Schnittstellen verschiedener Genres entstehen könnten.

Gleichzeitig betonte de Caluwe, dass jede Sparte ihre Eigenständigkeit und Strahlkraft bewahren solle. Entscheidend seien Neugier, gegenseitiges Vertrauen und eine enge Zusammenarbeit.

Umbau als Chance

Als eine der größten Aufgaben der kommenden Jahre bezeichnete de Caluwe den bevorstehenden Umbau der Festspielstätten. Diesen sehe er nicht ausschließlich als Einschränkung, sondern auch als Möglichkeit für neue künstlerische Wege. Wichtig sei ihm dabei, Ausweichspielstätten in Stadtnähe zu nutzen und neue Orte für die Festspiele zu entdecken.

Auch seinen Führungsstil umriss er bereits. Er verstehe sich eher als harmonieorientierter Mensch und strebe nach einem konstruktiven Miteinander, auch wenn Konflikte manchmal notwendig seien.

Crepaz wohl vor Abschied

Der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz dürfte die Salzburger Festspiele verlassen. Nach Angaben von Edtstadler habe er dem Kuratorium mitgeteilt, sich voraussichtlich nicht um eine Verlängerung seines Vertrags ab März 2027 zu bewerben. Die Position soll in naher Zukunft neu ausgeschrieben werden.

Kein politischer Einfluss

Sowohl Edtstadler als auch Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) wiesen Vorwürfe einer politischen Einflussnahme auf den Auswahlprozess zurück. Laut Auinger sei die Entscheidung ausschließlich auf Grundlage der Empfehlungen der Fachjury getroffen worden.

Aus dem Bewerbungsverfahren seien de Caluwe sowie eine Doppelspitze aus der Amsterdamer Opernchefin Sophie de Lint und Regisseur Barrie Kosky als gleichwertige Vorschläge hervorgegangen. Die anschließenden Vertragsverhandlungen hätten letztlich zur Bestellung de Caluwes geführt.

Breite Zustimmung

Auch Theresia Niedermüller, Sektionschefin im Kulturministerium, zeigte sich überzeugt von der Wahl. Sie bezeichnete Peter de Caluwe als erfahrene Führungspersönlichkeit und erfolgreichen Intendanten. Laut Angaben der Findungskommission wurden sowohl seine Bestellung als auch die Vertragsverlängerung von Kristina Hammer einstimmig unterstützt.

Quelle: APA

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