Pferdezentrum Stadl-Paura feiert 200-jähriges Bestehen

Das Pferdezentrum in Stadl-Paura begeht sein 200-jähriges Jubiläum. 1826 wurde dort das kaiserlich-königliche Hengstendepot gegründet, heute dient das 30 Hektar große Areal der Zucht, Ausbildung und dem Pferdesport, so der ORF.
Auf einem 30 Hektar großen Gelände mit Stallungen, Reithallen und Koppeln ist Stadl-Paura seit zwei Jahrhunderten eng mit Pferden verbunden. Aktuell werden dort Tiere gezüchtet, ausgebildet und für sportliche Zwecke trainiert.
Vom Salztransport zur Pferdezucht
Der Ursprung des Standorts lag in einer anderen Funktion. Zunächst wurden Pferde für den Salztransport genutzt. Im sogenannten Gegenzug zogen sie leere Salzschiffe flussaufwärts Richtung Gmunden. „Das Salz ist auf der Traun aus dem inneren Salzkammergut in den Zentralraum verbracht worden. Und hier in Stadl-Paura wurde umgeladen“, erklärt Johannes Mayrhofer, Geschäftsführer des Pferdezentrums. Die Blätten, mit denen das Salz transportiert wurde, mussten zum Traunsee zurückgebracht werden – dafür brauchte man Pferde, die dort eingestellt wurden.
Als dieser Transportweg eingestellt wurde, erhielten die Stallungen eine neue Bestimmung. 1826 entstand in Stadl-Paura das kaiserlich-königliche Hengstendepot. Von dort aus wurden Zuchthengste zunächst für Oberösterreich, später auch für weitere Teile der Monarchie bereitgestellt.
„Man brauchte die Pferde dann natürlich für ganz unterschiedliche Bereiche. Für das Militär, für die Landwirtschaft, für die Industrie“, sagt Mayrhofer. Die Hengsthaltung war staatshoheitliche Aufgabe – nur der Staat durfte Hengste halten. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 300 Hengste am Standort untergebracht.
Hengstparaden als Publikumsmagnet
Im Lauf der Jahrzehnte wurde Stadl-Paura nicht nur zum Zentrum der Pferdezucht, sondern auch zum Anziehungspunkt für Pferdebegeisterte. Vor allem die Hengstparaden lockten zahlreiche Besucherinnen und Besucher an – 1983 etwa kamen rund 9.000 Menschen nach Stadl-Paura.
Vom Staatsbetrieb zum modernen Pferdezentrum
Der Standort hat seine Bedeutung auch nach dem Ende der staatlichen Pferdezucht bewahrt. Im Mittelpunkt stehen heute neben der Zucht vor allem Ausbildung und Pferdesport. „Was übrig geblieben ist, ist die große Kompetenz für die Pferdewirtschaft“, so Mayrhofer. Die Verantwortlichen hätten sich deshalb darum bemüht, das Areal für die Pferdewirtschaft zu erhalten. 1997 endete die Bundesanstalt für Pferdezucht – danach startete die heutige Tätigkeit.
Bei einer großen Jubiläumsfeier blickte das Pferdezentrum am Donnerstag auf seine 200-jährige Geschichte zurück. Dabei erinnerte man sich an die Anfänge und zeigte zugleich, wie sich der Umgang mit Pferden und ihre Aufgaben über zwei Jahrhunderte gewandelt haben.
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