Pflegekräfte in Salzburg leiden unter Zeitdruck

Pia ProdingerPia Prodinger
Pflegekraft hilft älterer Frau im Spital mit Essen und Trinken
© Jsme MILA / Pexels (Symbolbild)

Jede zweite Pflegekraft in Salzburg hat zu wenig Zeit für Patientinnen und Patienten sowie für den fachlichen Austausch. Das zeigt eine Studie des Instituts für empirische Sozialforschung im Auftrag der Arbeiterkammer, so der ORF.

Trotz hoher Zufriedenheit mit ihrem Beruf stehen Pflegekräfte massiv unter Druck. 80 Prozent geben an, mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein, 90 Prozent empfinden sie als sinnvoll. Doch die Hälfte der Beschäftigten beklagt, dass die Zeit für die Betreuung und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen fehlt.

Jede vierte Pflegekraft erlebt Gewalt

Besonders belastend sind Gewalterfahrungen am Arbeitsplatz. Ein Viertel der Pflegekräfte berichtet von Tätlichkeiten oder Handgreiflichkeiten, die sie zumindest gelegentlich erleben mussten. Martin Oppenauer vom Institut für empirische Sozialforschung, der die Untersuchung leitete, betont, dass dieser Faktor in der Pflege besonders ausgeprägt sei. 80 Prozent der Betroffenen führen die Vorfälle auf das Verhalten von Patientinnen und Patienten zurück.

Forderungen nach Verbesserungen

Die Arbeiterkammer Salzburg leitet aus den Ergebnissen konkrete Forderungen ab. Nötig seien bessere Arbeitsbedingungen, mehr Planungssicherheit bei Dienstplänen und ein mobiler Arbeitskräftepool. AK-Präsident Peter Eder verlangt zudem Maßnahmen zur Entlastung der Spitäler.

Die Hotline 1450 müsse dringend ausgebaut werden, um Patientinnen und Patienten besser zu lenken. Auch Primärversorgungszentren sollten den Spitälern vorgelagert werden. Nur so könne man mehr Menschen für die Pflege gewinnen und langfristig im Beruf halten, so Eder.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3372569/

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