Pflegerin bestahl Senioren in drei Ländern

Eine 43-jährige Rumänin soll seit 2019 als 24-Stunden-Pflegerin in Österreich, Deutschland und der Schweiz betagte Menschen bestohlen haben. Die Ermittler weisen einen Schaden von rund 70.000 Euro nach, die Dunkelziffer dürfte aber höher sein.
Die Landespolizeidirektion Steiermark hat am Donnerstag die Festnahme einer 43-jährigen Pflegerin bekanntgegeben. Die Frau wurde bei einer Reise in Ungarn verhaftet und nach Österreich ausgeliefert. Ihr wird vorgeworfen, über Jahre hinweg pflegebedürftige Menschen systematisch bestohlen zu haben.
Zuletzt soll die Verdächtige im Mai in Eisenerz im obersteirischen Bezirk Leoben zugeschlagen haben. Dort war sie als Betreuerin für einen 75-Jährigen engagiert worden. Statt der vereinbarten 28 Tage blieb sie jedoch nur vier Tage und verschwand dann spurlos. Mit ihr verschwanden mehrere hundert Euro Bargeld und Goldschmuck. Zudem löschte sie ein von ihr gespeichertes Foto am Mobiltelefon des Pensionisten.
Falsche Identität bei Vermittlungsagenturen
Das Landeskriminalamt Steiermark fand heraus, dass die Rumänin mindestens seit 2019 als 24-Stunden-Pflegerin bei verschiedenen Familien in Österreich gearbeitet haben dürfte. Dabei verwendete sie gegenüber mehreren Vermittlungsagenturen die Identität einer annähernd gleichaltrigen, bereits verstorbenen Rumänin.
Die ausgezeichnet Deutsch sprechende Frau soll zwischen Mitte 2022 und ihrer Rückkehr nach Eisenerz auch in Deutschland und der Schweiz aktiv gewesen sein. Dort soll sie ebenfalls Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände aus den Wohnungen und Häusern ihrer pflegebedürftigen Klienten entwendet haben.
Notruf eines Bettlägerigen durchtrennt
Besonders rücksichtslos ging die Verdächtige laut Polizei in einem Fall vor: Um nach einem nächtlichen Diebstahl ungestört flüchten zu können, soll sie die Stromversorgung des Notrufsystems eines bettlägerigen Pflegebedürftigen durchtrennt haben.
Insgesamt werden der 43-Jährigen in Österreich bisher mindestens acht Diebstähle zur Last gelegt. Die Ermittler gehen davon aus, dass einige Taten unbemerkt geblieben sein dürften. Der durch die bisher bekannten Straftaten entstandene Schaden beläuft sich auf rund 70.000 Euro.
Nach der Festnahme in Ungarn wurde die Verdächtige nach Österreich ausgeliefert. Sie verweigerte bisher die Aussage gegenüber der Polizei. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Steyr wurde die Frau in die Justizanstalt Linz gebracht und befindet sich dort in Haft. Sie wird wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls angezeigt.
Quelle: APA
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