Philippinen kämpfen gegen 40.000 Tonnen Müll pro Tag

Pia ProdingerPia Prodinger
Plastikflasche treibt im Wasser vor Manila mit Yachten und Hochhäusern
© Mdv Edwards – stock.adobe.com, Komptech GmbH

Der südostasiatische Inselstaat mit 112 Millionen Einwohnern steht vor einem massiven Abfallproblem. Ein Unternehmen auf der Insel Cebu zeigt mit österreichischer Technologie, wie nachhaltige Lösungen aussehen können.

Die Philippinen verzeichnen wirtschaftliches Wachstum und steigende Touristenzahlen, doch hinter der Fassade aus tropischen Stränden und modernen Wolkenkratzern steht der Inselstaat vor einer enormen Herausforderung: Täglich fallen 40.000 Tonnen Abfall an, die kaum noch bewältigt werden können. Viele Deponien sind aufgrund der begrenzten Fläche überlastet.

Der Großteil des Mülls entsteht in städtischen Zentren rund um die Hauptstadt Manila, in Cebu City und anderen Großstädten. Ein Gesetz zur ökologischen Abfallwirtschaft existiert zwar, wird jedoch kaum umgesetzt. Der über 7.600 Inseln umfassende Staat ist dringend auf nachhaltige Lösungen angewiesen.

Vorreiter in der Abfallaufbereitung

FDR Integrated Resource Recovery Management (FDR-IRRMI) in Naga City auf der Insel Cebu nimmt eine Vorreiterrolle ein. Das 2010 gegründete Unternehmen verarbeitet derzeit täglich rund 250 Tonnen Siedlungsabfälle aus drei Kommunen: Naga City, Minglanilla und Carcar.

Auf dem sieben Hektar großen Gelände werden die Abfälle in verschiedene Komponenten getrennt: Wertstoffe gelangen ins Recycling, Bioabfälle werden zu Kompost verarbeitet und Restabfälle zu Ersatzbrennstoffen (EBS) umgewandelt. Zusätzlich wird aus biologischen Abfällen Strom erzeugt.

Das Ziel des Unternehmens ist eine vollständige Verwertung aller Abfälle, um Deponien gänzlich zu vermeiden. Seit der Gründung wurden bereits über 400.000 Tonnen Abfall verarbeitet – mit einer Verwertungsquote von über 90 Prozent.

Einzigartige Rolle bei Ersatzbrennstoffen

Bei der Produktion von Ersatzbrennstoffen nimmt FDR-IRRMI eine im gesamten Inselstaat einzigartige Position ein. Seit Projektstart konnten über 150.000 Tonnen alternative Brennstoffe aus Kunststoff und anderen brennbaren Abfällen gewonnen und als Ersatz für fossile Brennstoffe verwendet werden.

Das Unternehmen ist landesweit das erste, das Biogastechnologie zur Nutzung von Bioabfällen aus Siedlungsabfällen einsetzt. „Eine intakte Kreislaufwirtschaft durch die Rückgewinnung verschiedener Materialien und Wertstoffe hat für uns höchste Priorität“, betont Fulgencio D. Revalde, CEO und Präsident von FDR-IRRMI.

Österreichische Technologie im Einsatz

Zur Weiterbildung besuchte Revalde zahlreiche Abfallentsorgungsanlagen weltweit – darunter auch das steirische Unternehmen Komptech. Die Technologie überzeugte: Heute unterstützen verschiedene Trommelsiebe sowie der Terminator von Komptech das philippinische Unternehmen bei seiner Vision.

Im Frühling 2025 wurden die ersten Komptech-Maschinen auf der Anlage in Betrieb genommen. „Wir sind stolz, Teil der ersten voll funktionsfähigen Anlage zur Aufbereitung von gemischten Siedlungsabfällen zu Ersatzbrennstoff in Cebu zu sein“, so Andreas Pichler von Komptech.

Das Trommelsieb Maxx übernimmt die Vorsortierung, danach zerkleinert der 1-Wellen-Zerkleinerer Terminator gemischte Haushalts- und Gewerbeabfälle. Die entstandene homogene Masse lässt sich ideal weiterverwenden.

Verbindungen zu Industrie und Landwirtschaft

FDR-IRRMI schafft nachhaltige Verbindungen zur Industrie durch Wertstoffrückgewinnung, zum Energiesektor durch Biogas und Ersatzbrennstoffe sowie zur Landwirtschaft durch Kompostproduktion. „Die Philippinen haben ein enormes Potenzial. Je erfolgreicher wir das Müllproblem lösen, desto stärker können sich die Schönheit des Landes und seine wirtschaftliche Entwicklung entfalten“, so Revalde.

Quelle: https://www.komptech.com/news/inselparadies-im-kampf-gegen-die-muellflut

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