Phosphor-Munition: Wer zahlt für Räumung im Föhrenwald?

Mathias FischerMathias Fischer
Waldbrandgefahr durch Phosphor und Altlasten, Helikopter über Bäumen
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach zwei Großbränden im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld wird über die Entfernung von Munitionsresten diskutiert. Phosphorhaltige Teile einer gesprengten Fabrik sollen die Feuer ausgelöst haben. Die Kosten für die Suche müssten Grundeigentümer selbst tragen.

Die beiden Großbrände im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) werfen die Frage auf, wie sich solche Ereignisse künftig vermeiden lassen. In beiden Fällen dürfte Phosphor in Munitionsteilen einer gesprengten Fabrik die Feuer verursacht haben. Für die Suche nach den Kampfmitteln müssten die Grundstückseigentümer eine Firma beauftragen. Der Entminungsdienst wird erst nach einem Fund für die Bergung aktiv. Am Dienstag dauerte der Feuerwehreinsatz weiter an.

Laut Bürgermeisterin Christa Tisch (Liste "Gemeinsam für St. Egyden") gibt es grundsätzlich Überlegungen, die Munitionsteile in dem Gebiet entfernen zu lassen. Bei einem Treffen im September sollen Details geklärt werden. Der Föhrenwald befinde sich im Eigentum zahlreicher Privatpersonen.

Grundeigentümer müssen private Firmen beauftragen

Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, bleibt es dem Grundstückseigentümer überlassen, private Firmen für Kampfmittelerkundungen mit einer Suche zu beauftragen. Die Kosten für die Arbeiten dieser privaten Unternehmen müsse der jeweilige Auftraggeber tragen. Sobald ein Fund gemacht wird, muss die örtliche Sicherheitsdienststelle informiert werden. In Zusammenarbeit mit dieser stelle der Entminungsdienst dann eine kostenlose Bergung, Sicherung, Entschärfung sowie den Abtransport sicher.

Gesprengte Fabrik als Ursache

Von der "Pulverfabrik Föhrenwald" ist noch das ehemalige Verwaltungsgebäude erhalten. Das Objekt gilt als "Lost Place" und darf nicht betreten werden. Die Dynamit Nobel AG hatte 1890 eine Fabrik für Dynamit und Schießpulver in Saubersdorf, heute ein Teil der Gemeinde St. Egyden am Steinfeld, gegründet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Fabrik gesprengt, dabei wurde nach Polizeiangaben phosphorhaltige Munition im Gelände verteilt.

Diese dürfte sich aufgrund jahrelanger Witterungseinflüsse zersetzt haben. Tritt der freigelegte Phosphor mit Luftsauerstoff in Kontakt, kommt es zu einer chemischen Reaktion und zur Selbstentzündung, wurde zur Brandursachenermittlung erläutert.

Über 830 Feuerwehrleute beim zweiten Brand im Einsatz

Am 5. August waren rund 550 Feuerwehrmitglieder zur Brandbekämpfung in den Föhrenwald ausgerückt. Betroffen war eine Fläche von über 100 Hektar. Vergangenen Freitag brach erneut ein Großbrand im Föhrenwald aus. Über 830 Feuerwehrleute löschten die Flammen, die sich in Richtung von Wohnhäusern ausgebreitet hatten. Bewohner mehrerer Siedlungen wurden vorübergehend evakuiert. Dieses Mal waren rund 64 Hektar betroffen. Unterstützt wurden die Helfer jeweils von Hubschraubern.

Am Dienstag waren Mitglieder von zwei Feuerwehren und eine Drohnengruppe im Einsatz, um das Gebiet zu kontrollieren und verbliebene Glutnester aufzuspüren und abzulöschen. Die Niederschläge halfen dabei nur wenig – seit Montag seien nur wenige Liter Regen gefallen. Nach wie vor konnte nicht abgeschätzt werden, wann "Brand aus" gegeben werden kann.

Quelle: APA

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