Physiotherapie-Praktikum in Kambodscha: Zwei Studierende berichten

Katherina Frick und Alexander Harml absolvierten ihr Praktikum in einem Krankenhaus in Kambodscha. Die beiden Physiotherapie-Studierenden der FH JOANNEUM wurden vom International Office unterstützt, die Förderung kam von Erasmus+.
Zwei Studierende der FH JOANNEUM haben ihr Praktikum in Kambodscha absolviert und berichten von ihren Erfahrungen. Katherina Frick und Alexander Harml waren in einem Krankenhaus in Südostasien tätig. Das International Office der Fachhochschule unterstützte die beiden, die finanzielle Förderung erfolgte durch Erasmus+.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Studierenden von der Freundlichkeit der Menschen vor Ort. Die Dankbarkeit im Krankenhaus sei extrem groß gewesen. Die Praktikumszeit beschreiben sie als fachlich und vor allem persönlich bereichernd.
Tagesablauf im Krankenhaus
Der Arbeitstag begann um 07.30 Uhr und endete um 17.00 Uhr, unterbrochen von einer 1,5-stündigen Mittagspause zwischen 12.00 und 13.30 Uhr. Das Krankenhaus verfügt über mehrere Stationen: eine Neugeborenenstation, eine allgemeine Station, eine Intensivstation und eine Onkologie. Während des Praktikums besuchten die Studierenden alle Bereiche, je nachdem wo gerade Patientinnen und Patienten lagen. Zusätzlich gibt es einen Physioraum für ambulante Behandlungen.
Anders als in Österreich ist der Tagesablauf nicht durchgetaktet. Der Plan ergibt sich spontan, abhängig davon, wie viele Patientinnen und Patienten kommen. Manchmal vergehe eine Stunde ohne Behandlung, dann seien plötzlich drei Kinder gleichzeitig da, berichten die beiden. Die drei Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten vor Ort sprechen gutes Englisch. Die Eltern der Kinder hingegen kaum, was die Kommunikation deutlich einschränke und nur über die Kolleginnen und Kollegen möglich mache. Trotzdem seien die Eltern extrem dankbar für jede Behandlung.
Häufige Krankheitsbilder sind Torticollis, Atemwegsinfektionen, Cerebralparese, orthopädische Fehlstellungen oder ein verminderter Saugreflex bei Neugeborenen. Die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten übernehmen auch Sprachtherapie und viel Elternedukation, da viele Familien weit entfernt wohnen und nicht regelmäßig zur Behandlung kommen können.
Freizeit und Ausflüge
Da die Sonne bereits um etwa 18.00 Uhr untergeht, blieb unter der Woche wenig Zeit für Aktivitäten bei Tageslicht. Die Abende verbrachten die Studierenden meist mit Sport im Fitnessstudio und Essen. An den Wochenenden erkundeten sie Siem Reap: Sie empfehlen die Tempel Angkor Wat, Ta Prohm und Angkor Thom, den Phare Circus, die Lotus Farm, das Dog Sanctuary (Animals of our World) und eine Cooking Class. Auch einige verlängerte Wochenenden nutzten sie, um andere Städte in Kambodscha zu bereisen.
Bilanz nach dem Aufenthalt
Trotz Sprachbarriere und teilweise veralteter Therapiemethoden, die sie nicht in ihren künftigen Arbeitsalltag in Österreich übernehmen werden, ziehen die beiden eine positive Bilanz. Sie hätten gelernt, das österreichische Gesundheitssystem noch mehr zu schätzen. Hinsichtlich Edukation und Therapie ohne Hilfsmittel könne man sich auch in Österreich noch etwas abschauen.
Am meisten beeindruckt habe sie die Offenheit, Herzlichkeit und Dankbarkeit, mit der sie täglich empfangen wurden. An diese Menschen würden sie sich für immer mit einem Lächeln erinnern und hoffen, ein kleines bisschen von dieser Herzlichkeit nach Österreich mitnehmen zu können.
Quelle: https://www.fh-joanneum.at/news/abenteuer-kambodscha-zwei-physiotherapie-studierende-in-suedostasien
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