Pickerl-Verlängerung: Experten warnen vor Garantieverlust

Die Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und Neos will mit längeren Pickerl-Intervallen Bürokratie und Kosten senken. Doch Fahrzeugtechniker und Autofahrer-Clubs üben scharfe Kritik an der Neuregelung, so der ORF.
Die geplante Änderung bei den Kfz-Überprüfungen stößt auf Widerstand aus der Branche. Walter Aigner, Innungsmeister der Fahrzeugtechniker in der Salzburger Wirtschaftskammer, bemängelt fehlende Durchdachtheit der Reform.
Sein Hauptkritikpunkt: Die dreijährige Fahrzeuggarantie endet, bevor die erste Kontrolle nach vier Jahren stattfindet. „Wenn erst nach vier Jahren Mängel festgestellt werden, kann das nicht mehr über die Garantie abgewickelt werden“, erklärt Aigner. Er rät Fahrzeughaltern, trotz der neuen Regelung ihre jährlichen Service-Termine beizubehalten.
Höhere Reparaturkosten befürchtet
Die von der Regierung versprochene Kostenersparnis sieht der Innungsmeister kritisch. Längere Intervalle könnten zu Folgeschäden an Bremsscheiben oder Achsenteilen führen. Diese Reparaturen würden für Kunden teurer als die 80 Euro für die Pickerl-Überprüfung, warnt Aigner.
Autofahrer-Clubs befürchten Sicherheitsrisiko
ÖAMTC und ARBÖ äußern ebenfalls Bedenken gegen die Gesetzesänderung. Die Clubs sehen ein deutlich gestiegenes Sicherheitsrisiko, weil Schäden und Mängel künftig erst später oder zu spät erkannt würden.
Besonders problematisch: Nach der neuen Regelung müssen Fahrzeuge erst ab dem zehnten Zulassungsjahr zur jährlichen Kontrolle. Bisher galt diese Pflicht bereits ab dem sechsten Jahr.
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