Pinkafeld: Hochschulcampus erzeugt mehr Energie als er verbraucht

Mathias FischerMathias Fischer
Moderne Schularchitektur mit Holzfassade und Sitzgelegenheiten im Außenbereich
© Landesholding Burgenland

Im September nimmt in Pinkafeld ein Hochschulcampus den Betrieb auf, der bilanziell klimaneutral arbeitet. Möglich wird das durch 183 Erdsonden und eine 200-Kilowatt-Photovoltaikanlage – der Campus produziert übers Jahr mehr Energie, als er benötigt.

Im September startet in Pinkafeld ein Hochschulcampus, der seine Energie selbst erzeugt. Eine ausgeklügelte Technologie unter dem Gebäude macht es möglich: 183 Erdsonden, die tief in die Erde reichen, versorgen den Campus im Winter mit Wärme und im Sommer mit Kühlung. Es ist das größte Geothermieprojekt im Burgenland. Gas, Öl oder Fernwärme kommen nicht zum Einsatz.

Photovoltaik liefert Energie zur richtigen Zeit

Unterstützung kommt von der Sonne. Die 200-Kilowatt-Photovoltaikanlage liefert dann am meisten Strom, wenn der Campus ihn am dringendsten braucht: im Hochsommer, wenn Kühlung und Lüftung auf Volllast laufen. Über das Jahr gerechnet versorgt sich der Campus selbst mit Energie und arbeitet bilanziell klimaneutral.

Die Kombination aus Geothermie und Photovoltaik spart jährlich 70 Tonnen CO₂ ein. Das entspricht der Filterleistung von rund zehn Fußballfeldern dichtem Wald, 40 Flügen von Wien nach New York und retour oder 12,5 Erdumrundungen mit dem Auto.

Mehr als 1.200 Messpunkte steuern die Anlage

Was die Anlage von anderen unterscheidet, ist die Kontrolle: Mehr als 1.200 Messsonden erfassen permanent, was im Gebäude passiert. Schon vor dem Bau wurde alles dynamisch simuliert. Das Ergebnis: Die Anlage wurde exakt dimensioniert, nicht überdimensioniert wie bei vielen konventionellen Bauten. Im laufenden Betrieb wird permanent nachjustiert, damit die Werte aus der Simulation auch tatsächlich gehalten werden. Die Technikanlage zählt damit zu den modernsten ihrer Art in Österreich.

Sechsstellige Einsparung bei CO₂-Abgaben

Dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sind, zeigt das Projekt deutlich. Öffentliche oder landesnahe Bauprojekte unterliegen mittlerweile strengen Auflagen hinsichtlich des Energieeffizienzgesetzes, EU-Vorgaben und der CO₂-Bepreisung bei fossiler Energie.

Der Campus Pinkafeld erfüllt diese Vorgaben längst. Geplant wurde er vor fünf Jahren – nach Standards, die es damals noch gar nicht gab. Die Landesimmobilien Burgenland haben sich die Latte extra hochgelegt. Der Campus spart über 30 Jahre einen sechsstelligen Betrag an reinen CO₂-Abgaben.

Studierende forschen am eigenen Gebäude

Die Anlage ist nicht nur Infrastruktur, sondern auch Lehrmaterial. Studierende werden ihre Master- und Doktorarbeiten über genau die Technik schreiben, die unter ihren Füßen verläuft. Wer in Pinkafeld im Bereich Energie und Umwelt studiert, forscht künftig am eigenen Haus.

Quelle: https://www.landesholding-burgenland.at/news/artikel/der-campus-der-sich-mit-energie-selbst-versorgt

Mann mit Brille und Bart im Gespräch mit Frau vor technischer Anlage
© Landesholding Burgenland

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