Pinzgauer Frauenhaus: Bisherige Betreiber bleiben

Nach einer umstrittenen Neuausschreibung dürfen die bisherigen Betreiber des Pinzgauer Frauenhauses weitermachen. Die KPÖ hatte zuvor monatelang Druck auf die Landesregierung ausgeübt, um Qualität vor Preis zu stellen.
Die Neuausschreibung für den Betrieb des Frauenhauses im Pinzgau ist abgeschlossen. Die bisherigen Betreiber können ihre Arbeit fortsetzen. Im Vorfeld war befürchtet worden, dass sich – wie vor sechs Jahren in der Stadt Salzburg – der günstigere Anbieter durchsetzen könnte.
Salzburg ist das einzige Bundesland, das den Betrieb von Frauenhäusern öffentlich ausschreibt. Die KPÖ hatte in den vergangenen Monaten mit Anfragen und Anträgen im Landtag auf die schwarz-blaue Landesregierung eingewirkt.
„Frauen, die von häuslicher oder geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, brauchen niederschwellige, verlässliche und vor allem professionelle Unterstützung wie sie das Pinzgauer Frauenhaus bietet“, sagt Klubobfrau Natalie Hangöbl (KPÖ). Man sei hartnäckig gewesen, damit sich Qualität durchsetze. Das Ergebnis zeige: „Druck wirkt“.
Zweifel an Salzburger Frauenhaus
Auch die Betreiber des Salzburger Frauenhauses dürfen weitermachen. Eine im Sommer veröffentlichte Dossier-Recherche wirft allerdings Fragen zur Arbeit dieses Betreibers auf: Thema sind mangelnde Qualität, hohe Fluktuation, fehlende Vernetzung mit anderen Organisationen und zweifelhafte Ansichten der Geschäftsführerin.
„Die Dossier-Recherche zeichnet ein erschreckendes Bild von den Betreibern des Salzburger Frauenhauses“, so Hangöbl. Es brauche dringend Transparenz und eine unabhängige Evaluierung.
Ausschreibung rechtlich nicht zwingend
Ob die Neuausschreibung überhaupt notwendig war, ist umstritten. Die damalige Neos-Landesrätin Andrea Klambauer hatte vor sechs Jahren nach einem Konflikt mit dem damaligen Betreiber entschieden, den Betrieb als Dienstleistung auszuschreiben statt wie zuvor über Förderungen zu finanzieren.
Laut Justizministerium ist dieses Vorgehen – anders als von Klambauer und Gutschi behauptet – nicht zwingend.
Quelle: https://salzburg.kpoe.at/aktuelles/frauenhaus-pinzgau-kp-druck-wirkt
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