Pinzgauer Lokalbahn wird elektrifiziert

Die Pinzgauer Lokalbahn zwischen Zell am See und Krimml erhält Elektrozüge. Der Bund stockt das Investitionsprogramm für Privatbahnen deutlich auf und beteiligt sich an der Finanzierung der neuen Fahrzeuge.
Die Pinzgauer Lokalbahn soll auf elektrischen Betrieb umgestellt werden. Die Bundesregierung hat mit dem Doppelbudget 2027/2028 das mittelfristige Investitionsprogramm für Privatbahnen (MIP) deutlich aufgestockt. Ab 2027 stehen zusätzlich zu den regulären Mitteln für die Infrastruktur der Privatbahnen jährlich 25 Millionen Euro zur Verfügung. Das Gesamtbudget wächst damit auf rund 114 Millionen Euro.
Mit der Aufstockung können die für einen elektrischen Betrieb notwendigen Modernisierungen der Infrastruktur umgesetzt werden. Der Bund sichert dem Land Salzburg zudem eine anteilige Mitfinanzierung bei der Beschaffung der neuen, elektrisch betriebenen Fahrzeuge zu. Damit kann die Ausschreibung bald starten.
Bundesminister Peter Hanke betonte, dass sich Investitionen in den ländlichen Raum auch in schwierigen budgetären Zeiten auszahlen: „Wir haben es geschafft, das Investitionsprogramm für Privatbahnen trotz erheblichen Spardrucks spürbar aufzustocken“, so Hanke. Mit einem Bundesanteil an den Fahrzeugbeschaffungen werde die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Ausschreibung bald starten könne.
Wichtige Verkehrsverbindung im Pinzgau
Die Pinzgauer Lokalbahn verbindet auf rund 53 Kilometern Schmalspurstrecke den Bahnhof Zell am See mit Krimml. Die Bahn verkehrt im Stundentakt und befördert mehr als 2.750 Fahrgäste pro Tag. Sie gehört damit zu einer der wichtigsten Verkehrsverbindungen Salzburgs.
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler bezeichnete die Zusicherung des Bundes als klares Bekenntnis zur Stärkung der Mobilität im ländlichen Raum. Die Pinzgauer Lokalbahn sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Mobilität im Land Salzburg und stehe für Lebensqualität und regionale, nachhaltige Wertschöpfung.
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll unterstrich, dass die Pinzgauer Lokalbahn weit mehr als eine Bahnstrecke sei. Sie sei Lebensader, Mobilitätsgarant und ein wichtiges Stück regionaler Identität für den gesamten Oberpinzgau. Durch die Finanzierungsbeteiligung des Bundes sei es gelungen, die Zukunft der Bahn langfristig abzusichern.
Wiederaufbau nach Hochwasser läuft
Nach den schweren Hochwassereignissen im Jahr 2021 läuft aktuell der durch Bund und Land Salzburg finanzierte Wiederaufbau ab Mittersill. Die Bahn verbindet den Bahnhof Zell am See – mit direktem Anschluss an die Giselabahn – entlang der Salzach über Mittersill bis nach Krimml.
Für die Menschen im Tal ist die Bahn unverzichtbares Rückgrat des Pendelverkehrs, für die Region insgesamt eine zentrale Verbindung in die Hochgebirgswelt des Salzburger Pinzgaus. Mit elektrischem statt fossil betriebenem Antrieb wird das Angebot leiser, emissionsfrei und langfristig auch stabiler im Betrieb.
Das Vorhaben wirkt sich auch auf die regionale Wirtschaft aus: Über mehrere Jahre hinweg entstehen Aufträge für die Bahn- und Infrastrukturindustrie. Für den Pinzgau, mit dem Nationalpark Hohe Tauern und den Krimmler Wasserfällen eine der touristischen Kernregionen Salzburgs, ist eine moderne Lokalbahn dabei mehr als reine Verkehrsinfrastruktur.
Quelle: OTS
Worüber spricht Zell am See morgen?
Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.