PISA-Studie: Österreich über OECD-Schnitt – aber Niveau sinkt

Österreich liegt erstmals in allen drei PISA-Bereichen über dem OECD-Durchschnitt. Doch die Freude ist getrübt: 28 Prozent der 15-Jährigen erreichen nicht einmal die Mindestkompetenz – mit Folgen für den Wirtschaftsstandort.
Die OECD hat die neuen PISA-Ergebnisse vorgelegt. Erstmals seit Einführung der Studie schneidet Österreich in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften signifikant besser ab als der OECD-Durchschnitt. Doch die Freude über das relative Plus wird durch einen alarmierenden Befund getrübt: Der OECD-Durchschnitt war heuer in allen drei Bereichen der niedrigste je gemessene Wert.
Besonders bedenklich: 28 Prozent der 15-Jährigen erreichen im Lesen und in Mathematik nicht einmal die Mindestkompetenz. Diese Jugendlichen werden in wenigen Jahren ins Arbeitsleben einsteigen und einen beträchtlichen Teil des Wirtschaftskreislaufes mitgestalten. Dass dies Folgen für den Wirtschaftsstandort haben wird, gilt als wahrscheinlich.
Bildung als Wirtschaftsfaktor
Das deutsche ifo-Institut hat den Wert von Bildung in einer Studie beziffert. Würde Deutschland seine Bildungsziele bis 2035 erreichen, wären alle zusätzlichen Erträge bis zum Jahr 2105 aus heutiger Sicht 20,9 Billionen Euro wert. Das entspricht dem Vier- bis Fünffachen der deutschen Jahreswirtschaftsleistung – mehr als die gesamte Wirtschaftsleistung Chinas in einem Jahr. Für Österreich gibt es keine vergleichbare Rechnung, das Ergebnis dürfte aber in Relation zur Wirtschaftsleistung ähnlich ausfallen.
EZB hebt Leitzinsen an
Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag die Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt angehoben. Der Einlagenzins liegt nun bei 2,50 Prozent. Für Sparer ist das eine gute Nachricht, allerdings eine kleine: In Österreich sind die Preise im August um 3,2 Prozent gestiegen. Der Zins liegt damit trotz des Anstiegs noch immer deutlich unter der Inflation.
Laut einer Ökonomin der Nationalbank ist rund ein Drittel des Warenkorbs temperaturabhängig. Nach über 41 Grad in Ostösterreich zeigt sich bei Nahrungsmitteln ein Preisanstieg, am deutlichsten bei Fruchtsäften und Milchprodukten. Die Studie zeigt aber auch eine Gegenbewegung: Nach einem heißen Sommer werden Heizöl und Sprit erfahrungsgemäß billiger, nur zeigt sich das erst Monate später. Unterm Strich gleicht sich das nahezu aus.
Griechenland zahlt weniger als Frankreich
Im Februar 2012 musste Griechenland für zehnjährige Staatsanleihen 29 Prozent bieten. Bis zum Juli 2026 ist dieser Wert auf 3,8 Prozent gefallen. Griechenland zahlt damit eines Tages weniger für seine Schulden als Frankreich. Die Franzosen zahlen derzeit die höchsten Zinsen seit November 2008, bei einer Staatsverschuldung von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung.
US-Notenbank vor heikler Sitzung
Nächste Woche tagt die US-Notenbank. Für Fed-Chef Kevin Warsh wird es die heikelste Sitzung seit seinem Amtsantritt im Mai. Der Markt preist derzeit knapp 60 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung ein, eine Senkung wird gar nicht mehr gehandelt.
Gegenwind kommt für US-Staatsanleihen auch aus Norwegen. Der norwegische Staatsfonds hat dem Finanzministerium vorgeschlagen, den Anteil von Staatsanleihen deutlich zu reduzieren. Ein großer Brocken würde dabei auch US-Treasuries betreffen, und das wiederum könnte den Druck auf die Renditen amerikanischer Staatsanleihen erhöhen.
Quelle: https://www.fh-joanneum.at/news/woechentlicher-boersenbrief-159
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