Pistenpräparierung: Wie die Rillen in den Schnee kommen

Pia ProdingerPia Prodinger
Pistenraupen präparieren Skipiste am Abend in den Bergen Österreichs
© Bad Kleinkirchheimer

Perfekt präparierte Skipisten entstehen nicht von selbst. In Bad Kleinkirchheim rückt das Pistenteam nachts mit 530 PS aus, um die Pisten für den nächsten Tag vorzubereiten. Warum die typischen Rillen wichtig sind und was Neuschnee für die Präparierung bedeutet.

Während sich Skifahrerinnen und Skifahrer im Hotel oder in der Therme entspannen, beginnt für das Pistenteam in Bad Kleinkirchheim die Arbeit. Zwischen 17.00 und 01.00 Uhr ist der optimale Zeitpunkt für die Pistenpräparierung. Der Schnee hat dann noch ausreichend Zeit, sich über Nacht zu festigen, ohne dass zu viel Wasser an der Oberfläche gefriert und vereist.

Für eine befahrbare Piste wird eine Schneedecke von 40 bis 60 Zentimetern benötigt. In flachem Gelände können auch 20 Zentimeter ausreichen. Allerdings bleiben von einem Meter Neuschnee nach mehrmaliger Präparierung oft nur rund 20 Zentimeter übrig.

Nachtfrost lässt Schneekristalle verschmelzen

Nach der Präparierung braucht die Piste eine Ruhephase, um am nächsten Morgen mit griffigem und hartem Schnee aufzuwarten. Dieser Prozess wird Sintern genannt und beschreibt das Verschmelzen, Abkühlen und Festigen der Schneekristalle. Je kürzer die Aushärtezeit, desto weicher ist die Piste am Folgetag – was zu schneller Hügelbildung und Buckelpisten führt.

Das Pistengerät Prinoth Leitwolf schiebt zunächst mit dem Schild den Schnee, den die Wintersportler tagsüber talwärts befördert haben, wieder zurück. Anschließend beseitigt die Fräse am hinteren Teil Unebenheiten und schafft eine ebene Fläche mit gleichmäßiger Schneeverteilung. Zum Schluss wird die Oberfläche geglättet.

Rillen sorgen für bessere Kühlung

Die charakteristischen Rillen auf frisch präparierten Pisten – im Fachjargon "Finish" genannt – haben mehrere Funktionen. Sie bieten stabilen Halt am Ski und ermöglichen geschmeidige Schwünge. Für die Pistenpräparierung sind sie ebenfalls wichtig: Aufgrund der größeren Oberfläche kann die Kälte besser in den Schnee eindringen und ihn über Nacht intensiver kühlen und festigen.

Buckelige, eisige oder sulzige Pistenabschnitte sind meist nicht auf die Präparierung zurückzuführen, sondern auf äußere Einflüsse. Veränderte Witterungsbedingungen, starke Temperaturschwankungen sowie die Anzahl und das Können der Skifahrerinnen und Skifahrer können den Pistenzustand im Laufe des Tages stark verändern.

Neuschnee erschwert die Arbeit

Bei starkem Schneefall am Abend muss das Pistenteam die Präparierung verschieben. Ein späterer Start verkürzt den Sinterprozess, wodurch der Schnee nicht richtig durchfrieren kann. Sobald sich die ersten Hügel bilden, entsteht der Eindruck, die Pisten seien nicht sauber präpariert. Ein Nachpräparieren während des laufenden Betriebs ist aus Sicherheits- und Haftungsgründen nicht möglich.

Technisch erzeugter Schnee eignet sich besser zum Präparieren als Naturschnee. Zwischen den Flocken des Naturschnees befindet sich viel Luft, die sich erst setzen muss. Technischer Schnee wird bereits kompakt und mit höherer Dichte produziert, was die Präparierung erleichtert.

Während Skirennläuferinnen und -läufer pickelharte, eisige Pisten bevorzugen, sind diese für Hobbyskifahrer weniger geeignet. Für Rennpisten wird ein Schnee-Wasser-Gemisch verwendet, um auch nach vielen Abfahrten eine gleichmäßige und faire Pistenqualität zu gewährleisten. Das Skigebiet Bad Kleinkirchheim verfügt über 103 Pistenkilometer.

Quelle: https://www.badkleinkirchheim.com/blog/detail/das-1x1-der-pistenpraeparierung

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