Planungstrasse für Netzraum Kärnten ab sofort online

Die Austrian Power Grid (APG) hat die aktuelle Planungstrasse für das Projekt Netzraum Kärnten veröffentlicht. Die Trasse ist auf 70 Meter verschmälert worden und weicht auf rund einem Viertel von der ursprünglichen Grobtrasse ab.
Die Austrian Power Grid (APG) und Kärnten Netz haben die aktuelle Planungstrasse für das Projekt „Netzraum Kärnten“ auf dem Online-Portal www.netzraumkaernten.at veröffentlicht. Die ursprünglich 200 Meter breite Trassenvariante wurde auf 70 Meter eingegrenzt. Etwa ein Viertel der nun vorgestellten Strecke unterscheidet sich von der Grobtrasse, die im Herbst 2025 präsentiert worden war.
Nach Angaben der Projektwerber basiert die aktuelle Planung auf umfangreichen Fachuntersuchungen sowie einem intensiven Beteiligungsprozess. Seit September 2025 seien zahlreiche Untersuchungen durchgeführt und Hunderte Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern geführt worden. Viele Anregungen seien in die Planung eingeflossen. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass nicht alle Vorschläge berücksichtigt werden konnten, da bei der Trassenführung unterschiedliche Anforderungen abzuwägen seien.
Interaktive Karte online verfügbar
Die Planungstrasse mit Stand 14. September 2026 kann auf dem Informationsportal über eine interaktive Karte mit Katasterdaten und Grundstücksgrenzen eingesehen werden. Darüber hinaus stehen die Pläne der einzelnen Gemeinden als PDF zum Download bereit.
Die Projektwerber betonen, dass aufgrund laufender geologischer Untersuchungen und Kartierungen noch kleinere Anpassungen am Trassenverlauf möglich seien.
Feintrasse soll im Herbst präsentiert werden
In den kommenden Wochen liegt der Schwerpunkt auf der Festlegung der Maststandorte und der erforderlichen Zufahrtswege. Begleitend dazu werden weitere geologische Untersuchungen und Kartierungen durchgeführt. Zudem wird die Erfassung von Quellen im Bereich der geplanten Maststandorte im Rahmen des Beweissicherungsprogramms fortgesetzt.
Die Feintrasse mit den konkreten Maststandorten und Zufahrten soll im Spätherbst öffentlich vorgestellt werden. Geplant sind erneut Informationsveranstaltungen, bei denen Fachleute Fragen zum Leitungsbau beantworten werden.
Laut APG wurden zusätzlich mehr als 200 Kilometer an Trassenvarianten geprüft, um Anregungen aus den Gemeinden und der Bevölkerung bestmöglich in die Planung einfließen zu lassen.
EU stuft Projekt als besonders bedeutend ein
Das Vorhaben „Netzraum Kärnten“ wurde im April von der Europäischen Kommission als „Project of Common Interest“ (PCI) anerkannt und zählt damit zu den bedeutenden Energieinfrastrukturprojekten Europas. Grundlage dafür ist das Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz (ElWOG), das Netzbetreiber zur langfristigen Sicherstellung einer sicheren und leistungsfähigen Stromversorgung verpflichtet.
Bereits am 2. Juli 2026 informierten die Projektwerber im Rahmen einer öffentlichen Erörterung in Villach über den aktuellen Projektstand sowie die Auswirkungen des neuen PCI-Status. Bürgerinnen und Bürger hatten dabei die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Stellungnahmen einzubringen.
Milliardenprojekt für die Energiewende
Mit dem Projekt soll die bestehende Lücke der 380-kV-Verbindung zwischen Lienz in Osttirol und Obersielach bei Völkermarkt geschlossen werden. Gleichzeitig ist ein Ausbau des 110-kV-Netzes vorgesehen.
Die Investitionskosten werden mit rund drei Milliarden Euro beziffert. Die Leitung soll auf einer Länge von etwa 190 Kilometern durch Kärnten verlaufen und von 500 bis 600 Strommasten getragen werden.
Nach Angaben der Projektwerber wird sich der Strombedarf in Kärnten, Osttirol und Österreich bis 2040 verdoppeln. Als Hauptgründe werden die Umstellung auf erneuerbare Energien, der verstärkte Einsatz von Wärmepumpen, die Elektromobilität, die Digitalisierung sowie die Dekarbonisierung der Industrie genannt. Zu diesem Ergebnis kämen der Österreichische Netzinfrastrukturplan sowie aktuelle Studien.
Entschädigung für betroffene Gemeinden
Mit dem Inkrafttreten des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) erhalten Standortgemeinden von 380-kV-Leitungen eine gesetzlich geregelte Einmalzahlung. Diese beträgt 98.000 Euro pro Leitungskilometer.
Die Einleitung des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens (UVP) ist derzeit für Ende 2027 vorgesehen.
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