Politnahe Personen bekamen Topwohnungen in Linz

Mona HopfingerMona Hopfinger
Wohnhaus mit Schlüsselloch und Schlüssel, im Hintergrund Stadtansicht
© Mit KI (Gemini) generiert

Recherchen der Oberösterreichischen Nachrichten zeigen, dass Personen aus dem Umfeld von ÖVP, FPÖ und SPÖ Zugang zu begehrten Wohnungen in der Linzer Harrachstraße hatten. Grünen-Landesrat Stefan Kaineder kritisiert eine „politische Unkultur“ der drei Parteien.

Neue Recherchen der Oberösterreichischen Nachrichten zur Linzer Harrachstraße haben für Aufregung gesorgt. Laut den Berichten erhielten Personen aus dem politischen Umfeld von ÖVP, FPÖ und SPÖ offenbar bevorzugten Zugang zu Wohnungen in bester Lage. Während zahlreiche Menschen in Linz und anderen Städten Schwierigkeiten haben, leistbare Wohnungen zu finden, entsteht der Eindruck eines gut vernetzten Kreises mit besonderen Zugangsmöglichkeiten.

Kaineder spricht von „Verhaberung“

Stefan Kaineder, Umwelt- und Klima-Landesrat der Grünen, äußerte sich empört über die Rechercheergebnisse. „Bei mir melden sich Menschen, die wirklich angewidert sind. Sie fragen mich: Wie kann es sein, dass normale Familien kaum noch eine günstige Wohnung finden, während Personen aus dem politischen Umfeld von ÖVP, FPÖ und SPÖ offenbar beste Karten hatten?“, so Kaineder. Dieses Gefühl, dass sich die Funktionärsparteien zuerst um ihre eigenen Leute kümmerten, zerstöre das Vertrauen in die Politik.

Nicht nur FPÖ betroffen

Kaineder betonte, dass die Affäre nicht länger als reine FPÖ-Angelegenheit behandelt werden könne. Laut den OÖN-Recherchen finden sich neben Personen aus dem engen Umfeld von Landeshauptmann-Stellvertreter Haimbuchner auch Bezüge zu ÖVP-Regierungsbüros, hochrangigen Landesbediensteten mit ÖVP-Hintergrund, Mitarbeitern der Energie AG sowie SPÖ-Funktionären.

Der Grünen-Politiker sprach von einer politischen Unkultur, die sich die drei Parteien über Jahre eingerichtet hätten. „Die eigenen Leute kennen die richtigen Leute, sitzen an den richtigen Stellen und kommen offenbar leichter zu Dingen, von denen andere nur träumen können“, kritisierte Kaineder. Damit müsse Schluss sein, denn die Menschen hätten genug von dieser Politik.

Quelle: https://ooe.gruene.at/news/erlauchter-kreis-aus-ovp-fpo-und-spo-personal-hat-bei-topwohnungen-zugegriffen

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