Polizei übt Schutz kritischer Infrastruktur

Ab Dienstag finden in mehreren Bundesländern dreitägige Krisenübungen zum Schutz kritischer Infrastruktur statt. Innenministerium und Verbund betonen die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit angesichts zunehmender Sicherheitsvorfälle in Europa.
Das Bundesministerium für Inneres (BMI) und der Stromkonzern Verbund haben am Montag die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen beim Schutz sensibler Anlagen hervorgehoben. Von Dienstag an werden drei Tage lang in einigen Bundesländern Krisenübungen durchgeführt, bei denen auch Spezialeinheiten zum Einsatz kommen. Im Mittelpunkt stehen Informations- und Krisenmanagement sowie Einsatzabläufe.
Auslöser für die Trainings ist die deutliche Zunahme sicherheitsrelevanter Vorfälle an sensiblen Anlagen in mehreren europäischen Ländern – von Drohnenüberflügen bis zu mutmaßlichen Sabotagehandlungen, wie das Innenministerium mitteilte. „Der Schutz kritischer Einrichtungen wurde in Anbetracht der Gefahr durch hybride Bedrohungen in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei jene Einrichtungen, die für die Menschen in unserem Land lebenswichtig sind“, erklärte Innenminister Gerhard Karner bei einer Pressekonferenz mit Verbund-CEO Michael Strugl am Gelände des Stromnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG) am Rande von Favoriten.
Betreiber setzt auf Vorsorge
Strugl unterstrich die Verantwortung als Betreiber kritischer Infrastruktur: „Regelmäßige Übungen und die enge Zusammenarbeit mit Behörden und Einsatzorganisationen helfen uns, unsere Abläufe laufend zu überprüfen und unsere Handlungsfähigkeit im Ernstfall sicherzustellen.“ Eine hundertprozentige Sicherheit sei jedoch nicht möglich – daher seien konsequente Vorsorge und gut geschulte, aufmerksame Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umso wichtiger.
Die Übungen sollen bestehende Abläufe überprüfen, weiterentwickeln und das Zusammenspiel zwischen Betreiber und Behörden vertiefen. Der Schutz kritischer Infrastruktur vor Bedrohungen könne nur im engen Zusammenwirken zwischen Betreibern und zuständigen Sicherheitsbehörden gelingen. Das Innenressort hat zahlreiche Organisationseinheiten eingebunden, allen voran die Landespolizeidirektionen, die Direktion für Spezialeinheiten und die Bundespolizeidirektion. Zudem sind Teile der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst beteiligt.
Öffentliche Übung in der Wiener Innenstadt
Ein Teil der Übungsszenarien wird öffentlich wahrnehmbar sein, so das BMI. Insbesondere eine Übung Am Hof, die am 15. Oktober vormittags in der Wiener Innenstadt stattfindet. Im Zuge dessen wird es dort zu Absperrungen kommen, auch etliche polizeiliche Einsatzkräfte, darunter Spezialeinheiten, werden vor Ort üben.
Quelle: APA
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