Polleres kämpft bei WM um Medaille und Olympia-Punkte

Die zweifache Olympiamedaillengewinnerin Michaela Polleres steht am Donnerstag bei der Judo-WM vor ihrer nächsten Chance im Qualifikationsrennen für die Sommerspiele. Die 29-Jährige hat nach ihrer 500-tägigen Pause bereits beim Grand Slam in Budapest erste Punkte gesammelt.
Für Michaela Polleres beginnt die Qualifikation für die nächsten Olympischen Sommerspiele trotz zweier Medaillen aus der Vergangenheit bei null. Beim Grand Slam in Budapest sicherte sich die Judoka mit Rang drei bereits erste Punkte. Am Donnerstag folgt bei der Weltmeisterschaft die nächste Gelegenheit, im Ranking voranzukommen.
Die Pause nach den Spielen in Paris habe ihr den nötigen Abstand vom Sport verschafft und einen neuen Fokus aufs Judo ermöglicht, so die 29-Jährige. Ihr Kampfstil und die Nervosität vor Wettkämpfen seien jedoch unverändert geblieben.
Comeback nach 500 Tagen Auszeit
Polleres hatte dem Judo 500 Tage ferngeblieben, ehe sie im Dezember 2025 ihr Comeback gab. Die Pause sei sehr wichtig gewesen und habe gut getan, erklärte die Niederösterreicherin gegenüber der APA. Hätte sie gleich weitertrainiert und wäre wieder unterwegs gewesen, wisse sie nicht, ob sie nochmals vier Jahre durchgehalten hätte.
In der Auszeit verbrachte sie viel Zeit in der Natur, wanderte und fuhr Rad. Sie folgte anderen Bewegungsmustern als jenen, die in der Wettkampfvorbereitung üblich sind. Die fehlende Wettkampfroutine habe sie anfangs gemerkt, mittlerweile sei aber alles wieder auf dem Stand von vor Paris.
Neue Techniken im Repertoire
Vom Gefühl her habe sich durch die Pause nichts verändert. Ihre Art zu kämpfen verfolge sie weiter, allerdings habe sie ein paar Techniken und Taktiken dazugelernt. „Man entwickelt sich immer weiter. Ich habe eine neue Technik, die ich jetzt öfters versuche, aber das braucht seine Zeit“, so Polleres.
Als Randsportart spüre auch das Judo die finanziellen Kürzungen, berichtete die Heeressportlerin. Konditions-Trainingslager würden durchwegs am Stützpunkt in Linz absolviert. Es gehe sich vom Geld nicht aus, im Winter in den Süden in ein Zentrum zu fahren, um dort laufen und Rad fahren zu können. In Linz mache man das Beste daraus, man sei ein gutes Team.
Qualifikation nicht selbstverständlich
Im Ranking nach vorne zu kommen, um wieder gesetzt zu sein, ist das Ziel von Polleres. Es fehlen noch einige Punkte, damit man sagen könne, man schaue, was man kämpfe. Es sei nicht selbstverständlich, dass sie jetzt zu Olympia fahre. Sie müsse sich wieder qualifizieren und könne nicht sagen, dass es von alleine gehe. Umso mehr zähle die WM, auch die Teilnahme am Masters im Dezember würde helfen.
Ihre WM-Erwartungen gab Polleres mit einer Medaille oder zumindest einem Top-sieben-Platz an. Gesetzt ist die Nummer 13 der Welt nicht. Das bedeute, dass man bei Pech gleich auf die Erstgesetzte treffe. Das sei nicht vorteilhaft, aber wie es komme, so komme es. Wenn sie gewinnen wolle, müsse sie eh jede schlagen können.
Mit dem Auftaktlos hat Polleres Glück: Sie trifft auf die US-Amerikanerin Melissa Myers. Bei einem Sieg wartet allerdings die Weltranglistenzweite Aoife Coughlan aus Australien.
Quelle: APA
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