„Polli“ soll Reißverschluss-System auf S 6 verbessern

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die ASFINAG testet auf der Semmering Schnellstraße drei Varianten, um das Einfädeln bei Fahrbahnverengungen zu optimieren. Seit 19. Oktober kommt dabei das Maskottchen „Polli“ mit direkten Anweisungen zum Einsatz.

Bei Fahrbahnverengungen von zwei auf einen Fahrstreifen wechseln viele Lenkerinnen und Lenker bereits hunderte Meter vor der eigentlichen Engstelle die Spur. Auf der durchgehenden Fahrbahn reihen sich die Fahrzeuge dicht aneinander, sodass kaum Platz zum Einordnen bleibt. Die Folge: Der Verkehr stockt oder kommt ganz zum Erliegen.

Das Problem mit dem Reißverschluss-System ist laut Vanessa Hódosi von der ASFINAG-Baustellenkoordination kein rein österreichisches Phänomen. Auch in anderen Ländern funktioniere das Einfädeln oft nicht reibungslos. Die ASFINAG sucht nun nach Lösungen, die später österreichweit auf Autobahnen eingesetzt werden sollen.

Drei Testläufe auf der S 6

Auf der S 6 Semmering Schnellstraße zwischen Neunkirchen und Gloggnitz werden derzeit drei unterschiedliche Info-Varianten erprobt. Zwei Tests mit Zusatztafeln und mobilen elektronischen Anzeigen sind bereits abgeschlossen. Die dritte Variante läuft seit 19. Oktober mit dem ASFINAG-Maskottchen „Polli“.

Die Polli-Tafeln geben Hinweise wie „Bleib entspannt, fahr noch weiter!“ oder „Ein Fahrzeug einordnen lassen!“. Ziel ist es, Ärger und Staus zu reduzieren und den Verkehr bei Fahrstreifenreduktionen flüssiger zu gestalten.

Die Tafeln bleiben zwei Wochen im Einsatz. Eine spezielle Messstelle erfasst in dieser Zeit, ob es zu Staus kommt, wie sich die Fahrzeuge beim Einfädeln verhalten und ob die Hinweise wirken. Im Frühjahr folgt ein weiterer Testlauf in der Steiermark, um zusätzliche Daten zu sammeln. Die erfolgreichste Variante soll dann dauerhaft eingeführt werden.

So funktioniert das Reißverschluss-System richtig

  • Erst unmittelbar vor der Verengung einfädeln, nicht bereits hunderte Meter davor die Spur wechseln

  • Direkt vor der Einengung blinken und einordnen

  • Auf der weiterführenden Spur rechtzeitig mehr Abstand zum Vordermann lassen, damit ein Fahrzeug einscheren kann

  • Im Idealfall ordnet sich abwechselnd jeweils ein Fahrzeug von der endenden und eines von der durchgehenden Spur ein

  • Wichtig: Das Reißverschluss-System ist in Österreich gesetzlich vorgeschrieben (Straßenverkehrsordnung § 11 Absatz 5)

Quelle: OTS

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