Pollmann-Gruppe beantragt Sanierungsverfahren

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Drei Gesellschaften der Pollmann-Gruppe haben am Dienstag am Landesgericht Krems ein Sanierungsverfahren beantragt. Die Schulden belaufen sich auf 74 Millionen Euro, betroffen sind 500 Beschäftigte.

Am Dienstag wurde am Landesgericht Krems die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens für drei Unternehmen der Pollmann-Gruppe beantragt. Betroffen sind die Pollmann International GmbH, die Pollmann Austria GmbH sowie die Pollmann Werkzeugbau GmbH mit Sitz in Karlstein an der Thaya in Niederösterreich. Die drei Gesellschaften beschäftigen zusammen 500 Mitarbeiter.

Der Schuldenstand der betroffenen Unternehmen wird mit 74 Millionen Euro beziffert. Die Autozulieferer-Gruppe strebt eine Fortführung der Betriebe an, die Produktion läuft weiter. Ein „Kahlschlag“ sei nicht geplant, teilte das Unternehmen mit. Man wolle „einen Großteil“ der Beschäftigten halten.

Nach Unternehmensangaben gibt es „weit fortgeschrittene Investorengespräche“. Die ausländischen Tochterunternehmen in Tschechien, Mexiko und China sind von den Sanierungsverfahren nicht betroffen. Auch die Maxxom Automation GmbH bleibt außen vor.

Betriebsrat und Arbeiterkammer eingebunden

Wegen der hohen Zahl betroffener Beschäftigter wurden der Betriebsrat und die Arbeiterkammer eng in den Prozess eingebunden. Die Sanierungsverfahren werden von der Insolvenzrechtsexpertin Andrea Fruhstorfer begleitet.

Die Neuaufstellung des Unternehmens läuft bereits seit einiger Zeit. Zu den Maßnahmen zählen ein Wechsel an der Unternehmensspitze, die Zusammenlegung und Verlagerung eines Standorts nach Karlstein sowie der Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften. Parallel dazu wurde ein Investorenprozess aufgesetzt.

Strukturwandel in der Automobilindustrie

Als Grund für den Sanierungsbedarf nannte das Unternehmen den „strukturellen Wandel der Automobilindustrie“. Diese dauerhafte Verschiebung treffe derzeit viele europäische Zulieferer. Während die Automobilproduktion weltweit weiter wachse, entstehe der Druck im europäischen Markt.

Für ein Unternehmen dieser Größenordnung sei ein Wandel und eine Restrukturierung in dieser Dimension aus eigener Kraft schwer umsetzbar, weshalb die Einleitung der Sanierungsverfahren nicht vermeidbar gewesen sei, hieß es.

Quelle: APA

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