Porsche verkauft 16 Prozent weniger Autos

Der Sportwagenhersteller Porsche verzeichnet einen deutlichen Absatzrückgang. In den ersten neun Monaten lieferte die VW-Tochter weltweit 178.532 Fahrzeuge aus – ein Minus von 16 Prozent.
Die VW-Tochter Porsche hat in den ersten neun Monaten weltweit 178.532 Fahrzeuge verkauft. Das entspricht einem Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Besonders schwierig ist die Lage auf den wichtigen Märkten in China und Nordamerika.
Der Autobauer sehe Rabattaktionen kritisch. In einem herausfordernden Marktumfeld verfolge das Unternehmen konsequent seine wertorientierte Absatzsteuerung und setze auf eine ausgewogene Balance zwischen Angebot und Nachfrage, heißt es.
China-Geschäft bricht um ein Drittel ein
In China brach der Absatz um 33 Prozent auf 21.493 Fahrzeuge ein. Ein Grund für die Kaufzurückhaltung ist die Immobilienkrise im Land, durch die wohlhabende Chinesen weniger Geld zur Verfügung haben. Porsche setzt auf die langfristige Entwicklung der Marke statt auf kurzfristige Volumenziele.
In Nordamerika hat das Unternehmen 56.088 Autos ausgeliefert. Das sind 13 Prozent weniger als vorher. Der Grund ist vor allem, dass es Boxster und Cayman mit Verbrennungsmotor nicht mehr gibt. Sie sollen künftig nur noch mit Elektroantrieb zu haben sein.
In Europa sanken die Auslieferungen um 11 Prozent auf 44.949 Sport- und Geländewagen. In Deutschland ging der Absatz um 7 Prozent auf 20.954 Autos zurück. In den Übersee- und Wachstumsmärkten war das Minus fast ein Fünftel.
911 legt zu, Macan verliert
Bei den Modellreihen lag der Cayenne weiterhin an der Spitze: Sein Absatz sank um 2 Prozent auf 59.586 Fahrzeuge.
Vom Sportwagen 911 wurden 12 Prozent mehr Autos ausgeliefert, nämlich 42.217. Vom Macan gab es 51.025 Auslieferungen, das sind 21 Prozent weniger. Davon waren 23.029 Fahrzeuge Elektroautos. Den Macan mit Verbrennungsmotor lieferte das Unternehmen noch 27.996 Mal aus. Seit dem Sommer 2026 wird dieses Modell nicht mehr gebaut.
Radikaler Umbau unter neuem Chef
Der neue Porsche-Chef Michael Leiters baut die VW-Tochter radikal um. Der Plan mit dem Namen „Sportwagenschmiede '35“ setzt auf mehr Exklusivität, neue Modelle und höhere Erträge – aber auch auf harte Einschnitte bei Kosten, Organisation und Belegschaft.
Der Sportwagenbauer ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Weil der Absatz jetzt sinkt, will er nicht mehr so sehr von hohen Stückzahlen abhängig sein. Künftig soll sich das Geschäft schon ab weniger als 200.000 verkauften Fahrzeugen lohnen. Viele Teile des Konzerns waren zuletzt eher darauf ausgelegt, 350.000 Autos zu bauen, sagte Leiters kürzlich.
In der Heimat von Porsche fallen insgesamt rund 9.000 Stellen weg. Dazu kommen Programme zum Stellenabbau im Werk Leipzig und bei Tochterunternehmen.
Quelle: dpa
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