Pottendorfer Linie: Gericht verzögert Schleife Ebenfurth
Der Ausbau der Pottendorfer Linie läuft auf Hochtouren, doch die geplante Schleife Ebenfurth bleibt blockiert. Das Bundesverwaltungsgericht hob die Genehmigungen auf – nun liegt der Fall beim Verwaltungsgerichtshof. Pendler aus dem Burgenland müssen weiter warten.
Die ÖBB-Infrastruktur AG treibt den Umbau der Pottendorfer Linie voran, doch ein zentrales Projekt steht still: Die Schleife Ebenfurth bleibt im Genehmigungsverfahren hängen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die bereits erteilten Genehmigungen aufgehoben und die Zuständigkeit der bescheidausstellenden Behörden – des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie der Länder Niederösterreich und Burgenland – verneint.
Die ÖBB-Infrastruktur AG und die betroffenen Behörden widersprechen dieser Rechtsauffassung. Deshalb hat die ÖBB die Entscheidung beim Verfassungsgerichtshof angefochten. Dieser hat die Beschwerde im März 2026 an den Verwaltungsgerichtshof weitergegeben. Auch die involvierten Behörden haben dort Amtsrevisionen eingebracht.
Für zahlreiche Pendlerinnen und Pendler aus dem Burgenland und Ungarn bedeutet das: Die schnelle Anbindung an die Bundeshauptstadt lässt weiter auf sich warten. Die fehlende leistungsfähige Verbindung der Bahnstrecke aus dem Burgenland an die Pottendorfer Linie führt zu Einschränkungen im Zugverkehr, besonders in den Bereichen Pottendorf, Wampersdorf und Ebreichsdorf.
Kreuzungsbauwerk und neue Haltestelle in Arbeit
Trotz der juristischen Hürden gehen die Bauarbeiten an anderen Abschnitten weiter. Seit Jänner verkehren Züge zwischen Pottendorf und Ebenfurth nur auf einem von zwei Gleisen. Im Bereich des Pottendorfer Werkskanals wird eine neue Eisenbahnbrücke errichtet – der alte Teil des Brückentragwerks wurde bereits abgebrochen, das neue Tragwerk steht direkt daneben.
Am südlichen Ortsende von Pottendorf entsteht ein rund 1,6 Kilometer langes Kreuzungsbauwerk mit vier Gleisen. Ein Gleis der Pottendorfer Linie wird tiefer gelegt, zwei Gleise verlaufen auf Geländeniveau, ein drittes wird über das tiefer liegende Gleis hinweg geführt. Diese Konstruktion soll mehr Platz für Züge schaffen und eine flexiblere Steuerung des Zugverkehrs ermöglichen.
Die Haltestelle Pottendorf-Landegg wird modernisiert. Der Personendurchgang wird an die neuen Verhältnisse angepasst, dafür sind umfangreiche Baugrubensicherungen und Stützmaßnahmen erforderlich, die auch den Bereich des Jägerweges betreffen. Gleichzeitig wird ein neues Zugangsgebäude inklusive Technikräume errichtet – die alten Gebäudeteile wurden bereits abgerissen. Spätestens Mitte 2027 soll die neue Haltestelle in Betrieb gehen. Fahrgäste sollen dann sowohl von der Park&Ride-Anlage als auch vom Jägerweg barrierefrei zum Zug gelangen.
Straßensperren und Schienenersatzverkehr
In den direkt an den Gleisbereich angrenzenden Straßenbereichen – Jägerweg und Linke Bahnzeile – sind derzeit Einschränkungen erforderlich, da die Straßen- und Platzverhältnisse dort sehr beengt sind. Im August wandert das Baufeld von der Linken Bahnzeile auf die Rechte Bahnzeile, auch dort sind die Platzverhältnisse äußerst eng.
Im Bereich der Unterführung Badener Straße/L157 werden aufgrund von Sanierungsarbeiten an der Eisenbahnbrücke noch im Juni halbseitige Straßensperren mit Verkehrsregelung erforderlich. Für den Einbau von zwei Anprallbalken, die den Anprall von zu hohen Straßenfahrzeugen an das Brückentragwerk verhindern sollen, sind zwei Komplettsperren der Straße in der Nacht notwendig. Die Sperren werden voraussichtlich im Juli 2026 und im Oktober 2026 umgesetzt und vorher angekündigt.
An den Baustellenein- und -ausfahrten entlang der B60 zwischen Ebenfurth und Pottendorf wurden Baustellenampeln eingerichtet. Diese sind sensorgesteuert – Fahrzeuge müssen nahe an die Lichtsignale heranfahren, damit die Ampel auf Grün schaltet.
Derzeit ist zwischen Wampersdorf und Ebenfurth ein Schienenersatzverkehr für Züge der Linie S60 eingerichtet, weil durch die Bauarbeiten abschnittsweise nur eines von zwei Gleisen vorhanden ist. Voraussichtlich ab Schulbeginn bis Mitte Dezember 2026 wird der Schienenersatzverkehr für die S-Bahn auf den Abschnitt Wampersdorf – Wiener Neustadt ausgedehnt. Grund sind Ausbauarbeiten bei der Einmündung der Pottendorfer Linie in den Hauptbahnhof Wiener Neustadt. Dort wird zu den bestehenden drei Gleisen ein viertes hinzugefügt, um Platz für mehr Züge zu schaffen.
Warum die Arbeiten dringend sind
Die Streckenattraktivierung und Sanierung entlang der Pottendorfer Linie ist laut ÖBB dringend notwendig, da die Anlagen am Ende ihrer Lebensdauer sind. Die Summe der Maßnahmen, insbesondere die Errichtung des Kreuzungsbereichs, ist essenziell, damit die Umlegung des schnellen Fernverkehrs von der Südbahn auf die Pottendorfer Linie Ende 2027 gewährleistet ist. Dies ist erforderlich, damit im Bahnhof Wien Meidling die Verkehre der West- und Südstrecke entflechtet werden können.
Erst danach können weitere Projekte wie die S-Bahn Stammstrecke in Wien fertiggestellt, der Ausbau des Hauptbahnhofs Wiener Neustadt weitergeführt und der viergleisige Ausbau Wien Meidling – Mödling gestartet werden. Alle diese Projekte sind terminlich und bahnbetrieblich voneinander abhängig, daher müssen die Arbeiten an der Pottendorfer Linie in einem Zug durchgeführt werden.
Fragen zum Bauprojekt beantwortet die ÖBB-Ombudsstelle unter 0664/78 95 10 64 (Montag bis Donnerstag, 8 bis 16.30 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr) oder per E-Mail an infra.kundenservice@oebb.at.
Quelle: https://www.pottendorf.at/Schleife_Ebenfurth_weiter_in_Genehmigung
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