Prebersee: Maßnahmen gegen Ausbreitung der Wasserpest
Im Prebersee hat sich die schmalblättrige Wasserpest in den vergangenen zwei Jahren stark ausgebreitet. Nun werden umfangreiche Maßnahmen gesetzt, um die invasive Pflanze einzudämmen und das ökologische Gleichgewicht des Gewässers zu erhalten.
Die schmalblättrige Wasserpest hat im Prebersee dichte Unterwasserbestände gebildet. Verantwortlich dafür sind günstige Wachstumsbedingungen wie warme Wassertemperaturen und intensive Sonneneinstrahlung. Seit 1984 werden regelmäßig Wasserproben durch Experten vom Land Salzburg entnommen. Diese belegen eine erhebliche Klimaveränderung.
Die schnell wachsende Pflanze kann heimische Arten verdrängen, Lebensräume für Tiere verändern und die ökologische Balance des Gewässers beeinträchtigen. Ziel ist es, durch umweltschonende Maßnahmen den Naturraum langfristig zu erhalten.
Umfassender Maßnahmenkatalog
Um die Ausbreitung einzudämmen, wurde ein Bündel an Maßnahmen erarbeitet. Der Fischbesatz wird ausgesetzt, zudem werden vier Messstellen im See errichtet, die laufend Sauerstoffgehalt und Temperatur erfassen.
Heuer im August erfolgt auf einer Versuchsfläche ein Probelauf zur Entnahme der Wasserpest-Pflanzen. Dieser dient als Grundlage für eine nachhaltige Entnahme-Methodik. Künftig sollen die Pflanzen jeweils im Frühjahr und im Herbst entnommen werden. Informations-Schilder werden im Bereich Parkplatz, Ludlalm und Schießhütte montiert.
Die Entnahme-Maßnahmen werden laufend dokumentiert und evaluiert. Zudem gilt ein Benützungsverbot für Stand-up-Paddles, Schlauchboote und ähnliche Geräte im Prebersee.
Baden weiterhin möglich
Die schmalblättrige Wasserpest ist eine natürlich vorkommende Unterwasserpflanze und stellt keine Gefahr für die Gesundheit von Badegästen oder Tieren dar. Das Baden im Prebersee bleibt weiterhin möglich. In einzelnen Uferbereichen kann die stärkere Vegetation jedoch das Schwimmen etwas beeinträchtigen.
Nach dem Probelauf im August werden heuer im Herbst gezielte Entnahmemaßnahmen durchgeführt, sobald die erforderlichen Bewilligungen vorliegen. Geplant ist eine manuelle Entnahme einschließlich Wurzelwerk mittels Rechen sowie der Einsatz von Tauchern. Die Arbeiten erfolgen unter fachlicher Begleitung. Besonderes Augenmerk liegt auf naturschutzrechtlichen Auflagen und der fachgerechten Entsorgung des entnommenen Materials.
Gemeinsame Verantwortung
„Der Prebersee ist eines unserer wertvollsten Naturjuwele. Deshalb handeln wir jetzt gemeinsam, vorausschauend und auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen. Unser Ziel ist klar: Die Ausbreitung der Wasserpest einzudämmen und den einzigartigen Charakter des Prebersees langfristig zu sichern“, wird Bürgermeister Wolfgang Pfeifenberger zitiert.
„Nur wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, können wir den Prebersee nachhaltig schützen. Die hervorragende Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe zeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung für unsere einzigartige Natur übernehmen. Leider werden wir die Wasserpest im Prebersee nicht mehr vollständig loswerden“, so Vizebürgermeister Eduard Egger.
Ing. Roman Siller von den Österreichischen Bundesforsten AG betont: „Ziel ist die Reduzierung der Bestände dieser gebietsfremden Wasserpflanzenart, um die ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässers sowie die naturschutzfachlich wertvollen Lebensräume im Prebersee langfristig zu erhalten. Eine Beeinträchtigung der im See vorkommenden ökologisch bedeutsamen Tierarten, insbesondere der Fisch- und Edelkrebsbestände, soll vermieden werden.“
Wichtige Hinweise
Die Wasserpest ist nicht giftig und für Menschen ungefährlich. Die Pflanze profitiert von warmen Temperaturen und guten Wachstumsbedingungen. Die Entwicklung wird gemeinsam mit den zuständigen Fachstellen laufend überwacht.
Eigenmächtige Entfernungen der Wasserpest-Pflanzen sind aus naturschutzfachlichen Gründen zu unterlassen.
Quelle: https://www.tamsweg.at/Gemeinsam_gegen_die_Wasserpest
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