Private Krankenversicherung entlastet Gesundheitssystem

Pia ProdingerPia Prodinger
UNIQA-Vorstand Andreas Brandstetter und ein Mann in dunklem Anzug stehen vor blauer UNIQA-Fahne.
© UNIQA/Natascha Unkart & Isabelle Köhler, UNIQA / Unkart

Vier von zehn Österreicherinnen und Österreichern haben eine private Zusatzversicherung. Die Versicherer zahlten 2025 rund 2,2 Milliarden Euro aus und entlasten damit das öffentliche System durch Wahlarztbesuche, Sonderklasse und Privatspitäler.

Das österreichische Gesundheitswesen steht vor demografischen Herausforderungen: Die Bevölkerung wird älter, benötigt mehr medizinische Versorgung, während gleichzeitig weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter zur Finanzierung beitragen. Private Zusatzversicherungen spielen dabei eine wachsende Rolle bei der Entlastung des öffentlichen Systems.

3,66 Millionen Menschen in Österreich verfügen über eine private Krankenversicherung, das entspricht vier von zehn Einwohnern. Im Jahr 2025 verzeichneten die Versicherer 7,52 Millionen Schaden- und Leistungsfälle, ein Plus von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Direkt ausbezahlt wurden 2,181 Milliarden Euro, wobei rund 55 Prozent auf Krankenhauskostenersatz entfielen und 16 Prozent auf Arztleistungen im niedergelassenen Bereich.

Allein 2025 schlossen 86.000 Personen eine private Zusatzversicherung ab. Über ein Jahrzehnt betrachtet stieg die Zahl der Privatversicherten von 2,9 Millionen im Jahr 2012 auf 3,6 Millionen im Jahr 2024 – ein Zuwachs von 700.000 Menschen.

Gesundheitsausgaben überschreiten 60-Milliarden-Marke

Die Ausgaben im österreichischen Gesundheitswesen haben 2025 erstmals die 60-Milliarden-Grenze überschritten. Insgesamt wurden 61,3 Milliarden Euro aufgewendet, das sind 11,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 3,5 Milliarden Euro mehr als 2024. Die laufenden privaten Gesundheitsausgaben beliefen sich auf 14,95 Milliarden Euro, das entspricht einem Viertel der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben.

Im OECD-Vergleich belegte Österreich 2024 mit einem Anteil der laufenden Gesundheitsausgaben am BIP von 11,7 Prozent den vierten Platz unter 38 Ländern. Das österreichische Sozialversicherungssystem erreicht 99,9 Prozent der Bevölkerung.

Ärztemangel verschärft sich

In den kommenden zehn Jahren werden 18.346 Ärztinnen und Ärzte in Österreich das Pensionsalter von 65 Jahren erreichen oder überschreiten. Bereits heute ist ein Drittel der gesamten Ärzteschaft älter als 55 Jahre. Allein zur Aufrechterhaltung des aktuellen Personalstands müssten jährlich etwa 1.836 Mediziner nachbesetzt werden. Besonders kritisch zeigt sich die Situation im niedergelassenen Bereich, wo der Altersgipfel bereits bei 63 Jahren liegt.

Wie private Versicherungen das System entlasten

Bei Wahlarztbesuchen erstattet die öffentliche Kasse in der Regel bis zu 80 Prozent des Kassentarifs. Jede Wahlarztleistung kostet die öffentliche Hand höchstens 80 Prozent dessen, was beim Kassenarzt anfallen würde – das bedeutet eine Einsparung von 20 Prozent pro Besuch.

In der Sonderklasse öffentlicher Spitäler tragen Privatversicherte durch Sonderklassehonorare dazu bei, Spitzenmediziner im öffentlichen System zu halten. Diese Honorare stellen für angestellte Spitalärzte einen bedeutenden Zuverdienst dar. Da diese Ärzte überwiegend Nicht-Privatversicherte behandeln, profitiert das gesamte öffentliche Spitalssystem von diesen Zahlungen.

Bei Behandlungen in Privatspitälern – das betrifft 41 Prozent aller Fälle der privaten Zusatzversicherung – übernehmen die Krankenkassen nur rund ein Drittel der medizinischen Behandlungskosten. Der Rest wird von den Patienten beziehungsweise ihrer Versicherung getragen. Das Leistungsvolumen aller österreichischen Privatspitäler entspricht jenem der öffentlichen Spitäler des gesamten Bundeslands Salzburg.

Privatspitäler übernehmen systemrelevante Versorgung

Im Jahr 2023 fanden von insgesamt 18.072 Geburten in Wien etwa 14 Prozent in Privatkliniken statt, österreichweit beträgt der Anteil gut sieben Prozent. Bei Katarakt-Operationen werden beinahe 15 Prozent aller Leistungen in Österreich in einer Privatklinik erbracht, zuletzt waren das 17.254 Eingriffe. Auch bei aufwendigen Operationen zeigt sich die Systemrelevanz: Zehn Prozent aller Knie-Totalendoprothesen-Operationen werden in Privatspitälern durchgeführt.

René Knapp, Vorstand bei UNIQA Insurance Group AG, betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit: „Wer die Gesundheitsversorgung von morgen sichern will, muss öffentliche Stärke und private Initiative zusammendenken. Private Vorsorge entlastet das System, schafft zusätzliche Kapazitäten und hilft, die medizinische Versorgung für alle langfristig abzusichern.“

UNIQA als Marktführer

UNIQA ist Marktführer bei privaten Krankenversicherungen in Österreich. Rund 1,4 Millionen Menschen und damit etwa 40 Prozent aller Privatversicherten im Land vertrauen auf das Unternehmen. Die zur UNIQA Group gehörende Mavie Med betreibt als führender Anbieter privater Gesundheitsbetriebe in Österreich Einrichtungen mit 800 Betten. Im vergangenen Jahr wurden über 51.000 Patienten stationär und über 135.000 ambulant betreut sowie über 35.600 Operationen durchgeführt. In den Häusern von Mavie Med kamen 4.053 Babys zur Welt, allein in der Privatklinik Döbling sind es fast sechs Prozent aller Wiener Neugeborenen.

Quelle: https://press-news.uniqagroup.com/news-factsheet-die-rolle-der-privaten-versicherung-im-oesterreichischen-gesundheitssystem?id=247645&menueid=1684&l=deutsch

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