Projekt EXPEHDIA untersucht Smartwatch-Daten

Mona HopfingerMona Hopfinger
Projekt EXPEHDIA: Gesundheitsdaten im Europäischen Gesundheitsdatenraum mit Smartwatch und Blutdruckmessgerät
© Mit KI (Gemini) generiert

Daten aus Smartwatches und Gesundheits-Apps sollen künftig für Prävention und Behandlung eingesetzt werden. Ein neues FFG-Projekt erforscht, wie selbst erhobene Gesundheitsinformationen sicher in die medizinische Versorgung integriert werden können.

Ob Puls, Schlaf oder Beschwerden – immer mehr Menschen erfassen ihre Gesundheitsdaten selbst. Smartwatches, Apps und Heimmessgeräte liefern Informationen, die bislang kaum medizinisch genutzt werden. Das könnte sich ändern: Das FFG-Projekt EXPEHDIA untersucht, wie solche Daten künftig für Versorgung, Prävention und Forschung eingesetzt werden können.

Solche Informationen könnten helfen, Krankheiten früher zu erkennen, Prävention gezielter zu gestalten und chronisch Kranke besser zu betreuen. Voraussetzung ist, dass die Daten sicher ausgetauscht, korrekt interpretiert und mit medizinischen Befunden verknüpft werden.

Orientierung am Europäischen Gesundheitsdatenraum

Das Projekt orientiert sich am European Health Data Space (EHDS). Dieser schafft schrittweise rechtliche und technische Rahmenbedingungen, um elektronische Gesundheitsdaten europaweit sicher auszutauschen und unter geregelten Bedingungen zu nutzen.

Erprobt wird das an drei konkreten Anwendungen: einem digitalen Begleitprogramm für Frauen in den Wechseljahren, einem Wearable-basierten Screening auf Schlafapnoe und der Kalium-Selbstmessung für Menschen mit Herzschwäche. Zugleich wird gezeigt, wie die Daten EHDS-konform bereitgestellt werden können.

Im Mittelpunkt steht die Selbstbestimmung: Menschen sollen ihre Gesundheitsdaten verstehen, eigenständig nutzen und mitentscheiden können, wofür sie verwendet werden.

JOANNEUM RESEARCH leitet Gesamtprojekt

JOANNEUM RESEARCH übernimmt die Projektleitung und koordiniert die wissenschaftlichen, technischen und organisatorischen Arbeiten. Das Institut entwickelt interoperable Datenmodelle und Schnittstellen, mit denen Daten aus Gesundheits-Apps, Heimmessgeräten und Lebensstil-Anwendungen standardisiert an den EHDS angebunden werden können – etwa auf Basis von HL7 FHIR.

Außerdem analysiert JOANNEUM RESEARCH die Daten aus dem Anwendungsfall Wechseljahre, um daraus zielgruppengerechte Präventionsangebote abzuleiten. Im Bereich digitale Gesundheitskompetenz, Mitgestaltung und Ethik werden Patientinnen und Patienten sowie Gesundheitsfachkräfte über Co-Design-Prozesse und Nutzertests aktiv eingebunden. Zusätzlich unterstützt das Institut die Vinzenz Gruppe bei der Konzeption des Begleitprogramms für die Wechseljahre.

Zu den Projektpartnern zählen das AIT Austrian Institute of Technology, elyte diagnostics, Gesundheit Österreich, die Medizinische Universität Graz (Klinische Abteilung für Kardiologie), nukkuaa, telbiomed Medizintechnik und IT Service sowie die Vinzenz Gruppe Service.

Quelle: https://www.joanneum.at/gesundheitsdaten-start-von-expehdia

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