Projekt gegen Lebensmittelabfälle in Österreich gestartet

In St. Pölten fiel der Startschuss für das Projekt AVÖL, das Lebensmittel- und Verpackungsabfälle in der österreichischen Lebensmittelwirtschaft reduzieren soll. Rund 60 Branchenvertreter informierten sich über die geplanten Maßnahmen und Beteiligungsmöglichkeiten.
Bei einer Kick-off-Veranstaltung in St. Pölten wurde das Projekt AVÖL – Abfallvermeidung entlang der Wertschöpfungskette der österreichischen Lebensmittelwirtschaft – offiziell gestartet. Etwa 60 Vertreter aus dem Lebensmittelsektor nahmen an der Veranstaltung teil, die vom ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich gemeinsam mit der Business Upper Austria und weiteren Projektpartnern organisiert wurde. Die Veranstaltung wurde als Green Event mit nachhaltiger Location und Catering durchgeführt.
Das Projekt konzentriert sich auf vermeidbare Lebensmittel- und Verpackungsabfälle in der Lebensmittelverarbeitung. Ziel ist es, aktuelle Daten zu erheben, Vermeidungspotenziale abzuleiten und gemeinsam mit Unternehmen entsprechende Maßnahmen umzusetzen.
Sortieranalysen und Online-Befragungen geplant
Zur Datenerhebung sind anonymisierte Online-Befragungen in der österreichischen Lebensmittelwirtschaft vorgesehen. Diese sollen Abfallmengen, Entstehungsorte und -ursachen, aktuelle Entsorgungswege sowie bereits umgesetzte Maßnahmen erfassen. Zusätzlich werden bei zehn ausgewählten Branchenvertretern Sortieranalysen durchgeführt, um einen detaillierten Einblick in die qualitative und quantitative Verteilung von Lebensmittel- und Verpackungsabfällen zu erhalten.
Auf Basis der erhobenen Daten sollen Maßnahmen zur Abfallvermeidung identifiziert, erprobt und bewertet werden. Lösungsansätze für Unternehmen sollen entwickelt, Einsparungspotenziale aufgezeigt und der Austausch innerhalb der Branche gestärkt werden. Ein österreichweites Netzwerk soll die gewonnenen Erkenntnisse in die Lebensmittelwirtschaft tragen.
„Ein effizienter Umgang mit Lebensmitteln und Rohstoffen ist sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht von großer Bedeutung“, sagte Claus Zeppelzauer, ecoplus Prokurist und Geschäftsfeldleiter Unternehmen & Technologie. Mit AVÖL werde Know-how über Bundesländer- und Organisationsgrenzen hinweg gebündelt und gemeinsam mit den Unternehmen Lösungen entwickelt, die sich unmittelbar in der Praxis umsetzen lassen.
Datenbasis für EU-Vorgaben und Reduktionsziele
Das Projekt soll eine solide Datenbasis zu Abfällen in der österreichischen Lebensmittelproduktion schaffen, die den Vorgaben der EU-Abfallrahmenrichtlinie entspricht. Darauf aufbauend können verbindliche Reduktionsziele bis 2030 abgeleitet und entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittel- und Verpackungsabfällen gesetzt werden.
Bei der Kick-off-Veranstaltung tauschten sich Experten in Podiumsdiskussionen über aktuelle Herausforderungen und notwendige Beiträge zur Reduktion von Lebensmittel- und Verpackungsabfällen aus. In einem Worldcafé berichteten die Teilnehmer von bereits umgesetzten Abfallvermeidungsmaßnahmen in ihren Branchen und diskutierten Hürden bei der Prozessoptimierung oder Kreislaufführung.
„Lebensmittelabfälle zu vermeiden ist eine gemeinsame Verantwortung“, sagte Heidrun Hochreiter von der Business Upper Austria. Der große Zuspruch und der intensive Austausch zwischen Unternehmen, Stakeholdern und Projektpartnern hätten gezeigt, wie hoch das Interesse an praxisnahen Lösungen sei. Besonders wertvoll seien die zehn kostenfreien Sortieranalysen, die Betrieben konkrete Ansatzpunkte für weniger Lebensmittelabfälle und mehr Ressourceneffizienz liefern.
Projektlaufzeit bis 2028
Das Projekt läuft von September 2026 bis Februar 2028 und wird von der Abfallvermeidungs-Förderung der österreichischen Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen gefördert. Als Projektpartner bringen die FH Wr. Neustadt Campus Wieselburg, pulswerk GmbH und die Universität für Bodenkultur, Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft, die fachliche Expertise ein.
Über die Netzwerke der Projektpartner – ecoplus Lebensmittel Cluster Niederösterreich, Lebensmittelcluster Oberösterreich der Business Upper Austria, Styrian Food Hub der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG, WKÖ Fachverband Nahrungs- und Genussmittel und Wirtschaftsagentur Wien – werden Unternehmen aktiv in das Projekt eingebunden und die Projektergebnisse in der gesamten Branche geteilt.


Quelle: https://www.ecoplus.at/newsroom/gemeinsam-gegen-lebensmittelabfaelle-kick-fuer-avoel-projekt
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