Prozess um totes Baby in Nickelsdorf startet im Oktober

Mona HopfingerMona Hopfinger
Waage und Hammer vor Gericht, Grenzbalken, Kalenderblatt 21. Oktober, Stofftasche
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach dem Fund eines toten Neugeborenen am Grenzübergang Nickelsdorf im Jänner beginnt am 21. Oktober der Prozess am Landesgericht Eisenstadt. Fünf Angeklagte müssen sich verantworten – darunter die 17-jährige Mutter.

Das Verfahren um den Tod eines Säuglings, der im Jänner am Grenzübergang Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) entdeckt wurde, beginnt am 21. Oktober am Landesgericht in Eisenstadt. Angeklagt sind insgesamt fünf Personen: die 17-jährige Mutter sowie vier ihrer Familienmitglieder. Das Verfahren ist zunächst auf zwei Tage angesetzt, wie ein Gerichtssprecher am Montag auf Anfrage mitteilte. Bereits am 22. Oktober könnte ein Urteil verkündet werden.

Vorwurf: Tötung und Beteiligung an Mord

Der Teenagerin legt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt die Tötung eines Kindes bei der Geburt zur Last. Ihre vier Verwandten – die Mutter, die Schwester, der Bruder und der Schwager – müssen sich wegen Beteiligung an einem Mord verantworten. Verhandelt wird an beiden Tagen jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr im größten Saal des Landesgerichts.

Alle fünf Beschuldigten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Laut Ermittlungen waren sie gemeinsam in einem Kleinbus unterwegs. Die 17-Jährige soll am Grenzübergang kurz ausgestiegen sein, um das tote Neugeborene in einer Tragetasche abzulegen. Die übrigen Familienmitglieder sollen dabei als Aufpasser agiert und bei der Spurenbeseitigung geholfen haben.

Schädel-Hirn-Trauma festgestellt

Reisende hatten das tote Mädchen am 18. Jänner 2026 entdeckt. Laut Obduktion kam das Kind lebend zur Welt und starb durch Fremdeinwirkung, als Todesursache wurde ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt. Mitte Februar nahmen die Behörden zunächst vier Verdächtige fest, darunter die Mutter des Säuglings – sie und zwei weitere Rumäninnen waren zuvor in Deutschland ausgeforscht und nach Österreich überstellt worden. Ein Mann wurde in Rumänien verhaftet, ein fünfter Verdächtiger folgte Mitte Mai nach seiner Ausforschung in Deutschland.

Quelle: APA

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